Ähnliche Bücher wie „Sakrileg“ – 6 Empfehlungen nach Stoff

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Das Wichtigste in Kürze

  • „Sakrileg“ verbindet drei Dinge: einen Gralsstoff, eine Institution mit einem Geheimnis und eine Rätseljagd, die in einer Nacht abläuft.
  • Wer mehr vom selben Autor will, ist auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie die von Dan Brown richtig. Hier geht es um den Stoff.
  • Wer den Gralsstoff als Sachbuch lesen will, greift zu „Der Heilige Gral und seine Erben“. Das ist die Quelle, aus der Brown geschöpft hat.
  • Wer Kirchengeschichte als Kriminalfall sucht, liest „Der Name der Rose“ von Umberto Eco.
  • Wer die Verschwörungslogik durchschaut sehen will, liest „Das Foucaultsche Pendel“ vom selben Autor.
  • Das Priorat von Sion, auf dem die Handlung beruht, ist eine Erfindung der sechziger Jahre. Wer das weiß, liest den Roman anders.

Was „Sakrileg“ zusammenhält

„Sakrileg“ erschien 2003 im Original und 2004 auf Deutsch und hat sich weltweit über achtzig Millionen Mal verkauft. Im Louvre wird der Kurator Jacques Saunière ermordet aufgefunden, in einer Haltung, die Leonardos vitruvianischem Menschen nachgestellt ist. Der Symbolforscher Robert Langdon und die Kryptologin Sophie Neveu folgen einer Kette von Hinweisen durch Paris und London und stoßen auf ein Geheimnis über Maria Magdalena, das eine Bruderschaft namens Priorat von Sion seit Jahrhunderten hüten soll.

Wer nach etwas Ähnlichem sucht, meint eines von drei Dingen.

Den Stoff. Gral, Templer, verborgene Blutlinie, eine Kirche, die etwas zurückhält. Dieser Stoff ist älter als Brown und in mehreren Fassungen erzählt worden, als Roman und als Sachbuch.

Die Rätseljagd. Anagramme, Kryptexe, Zahlenfolgen, ein Fachmann, der Bilder liest. Wer das mochte, will das Gefühl, beim Lösen mitzukommen.

Die Institution. Der Louvre bei Nacht, Opus Dei, Westminster Abbey. Ein großer Teil der Wirkung entsteht daraus, dass die Handlung an Orten spielt, die es gibt und die man besuchen kann.

Sechs Bücher, sortiert nach dem, was du suchst

Zweimal steht Umberto Eco in dieser Liste, und zwar aus zwei verschiedenen Gründen: einmal für den Stoff und einmal für den Gegenentwurf.

1. „Der Name der Rose“ von Umberto Eco

In einer Benediktinerabtei im Jahr 1327 sterben innerhalb einer Woche mehrere Mönche. Der Franziskaner William von Baskerville und sein Novize Adson sollen die Todesfälle aufklären und stoßen dabei auf eine Bibliothek, die als Labyrinth gebaut ist und ein Buch enthält, das niemand lesen darf.

Warum ähnlich: Derselbe Grundgedanke: Eine kirchliche Institution hält Wissen zurück, und jemand von außen liest die Zeichen richtig. Auch hier wird die Auflösung aus Symbolen, Handschriften und Architektur erschlossen, und auch hier ist der Schauplatz selbst ein Rätsel.

Was anders ist: Eco schreibt für Leser, die sich Zeit nehmen. Es gibt lange Passagen über mittelalterliche Theologie und Ordensstreitigkeiten, und die ersten hundert Seiten sind zäh. Dafür stimmt hier alles, was als historische Tatsache auftritt.

Für wen: Für Leser, die den Stoff mögen und literarischen Anspruch vertragen. Rund sechshundert Seiten. Wer nach hundert Seiten aussteigen will, sollte bis zur Bibliothek durchhalten.

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2. „Das Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco

Drei Lektoren eines Mailänder Verlags bekommen so viele Manuskripte über Templer, Rosenkreuzer und Geheimbünde auf den Tisch, dass sie sich einen Scherz erlauben: Sie erfinden mit einem Computer einen großen Plan, der alle Verschwörungstheorien verbindet. Dann taucht jemand auf, der daran glaubt.

Warum ähnlich: Es ist die Antwort auf „Sakrileg“, geschrieben vierzehn Jahre davor. Eco benutzt genau dasselbe Material, Templer, Priorat, Gral und geheime Blutlinien, und zeigt dabei, wie eine solche Erzählung entsteht und warum sie sich so gut anfühlt. Wer den Stoff mag und wissen will, was er ist, liest dieses Buch.

Was anders ist: Der Roman ist mit rund siebenhundert Seiten anspruchsvoll und verlangt Geduld für Abschweifungen. Es gibt keine Jagd durch eine Nacht und keinen Ermittler, der alles erklärt. Eco nimmt seinen Lesern die Auflösung ausdrücklich weg.

Für wen: Für Leser, die nach „Sakrileg“ die Gegenprobe wollen. Von den sechs Titeln der schwierigste und der lohnendste.

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3. „Der Heilige Gral und seine Erben“ von Michael Baigent, Richard Leigh und Henry Lincoln

Drei Autoren verfolgen ab einem Dorf in Südfrankreich eine Spur, die sie zu einer Bruderschaft namens Priorat von Sion und zu der These führt, dass Jesus Kinder hatte und dass deren Nachkommen bis in die Merowingerzeit reichen. Das Buch erschien 1982 und war international erfolgreich.

Warum ähnlich: Das ist die Vorlage. Fast der gesamte Stoff, den „Sakrileg“ verwendet, steht hier zuerst: das Priorat, die Blutlinie, Maria Magdalena, die Deutung des Abendmahls. Brown hat den Bezug nie bestritten und einer Figur den Namen Leigh Teabing gegeben, ein Anagramm aus den Namen zweier der Autoren.

Was anders ist: Es ist ein Sachbuch und liest sich als Beweisführung. Und die Beweisführung hält nicht: Die Dokumente über das Priorat von Sion wurden in den sechziger Jahren von Pierre Plantard gefälscht und in der Pariser Nationalbibliothek hinterlegt, was seit den neunziger Jahren belegt ist.

Für wen: Für Leser, die wissen wollen, woher der Stoff stammt, und die den Text als Zeitdokument lesen. Baigent und Leigh verklagten 2006 den Verlag von Dan Brown wegen Plagiats und verloren.

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4. „Das verlorene Labyrinth“ von Kate Mosse

Bei einer Ausgrabung in den Pyrenäen findet die Freiwillige Alice Tanner eine Höhle mit zwei Skeletten und einem Labyrinthsymbol an der Wand. Ein zweiter Erzählstrang spielt 1209 in Carcassonne, während der Kreuzzug gegen die Katharer beginnt, und folgt einer jungen Frau, der drei Bücher anvertraut werden.

Warum ähnlich: Derselbe Stoff aus weiblicher Perspektive und mit besserem historischem Fundament. Auch hier geht es um ein Geheimnis, das eine Institution vernichten will, auch hier wird eine Frau zur Hüterin, und auch hier führt die Spur durch reale Orte in Südfrankreich.

Was anders ist: Mosse nimmt sich für den historischen Strang deutlich mehr Zeit, und die Katharerkriege sind ihr Thema und nicht nur Kulisse. Die Rätseljagd im Brownschen Sinn fehlt. Das Buch ist mit rund siebenhundert Seiten länger und ruhiger erzählt.

Für wen: Für Leser, die den Stoff mögen und einen historischen Roman einem Thriller vorziehen. Der Auftakt einer Trilogie über dieselbe Region.

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5. „Die Päpstin“ von Donna W. Cross

Johanna wird im neunten Jahrhundert als Tochter eines Dorfpfarrers geboren, lernt heimlich Latein und Griechisch und gibt sich nach einem Überfall als ihr toter Bruder aus. Als Mann steigt sie in der Kirche auf, bis sie nach dieser Legende zwei Jahre lang Papst ist.

Warum ähnlich: Dieselbe Frage nach dem, was die Kirche über Frauen verschwiegen haben soll. Beide Bücher behaupten, eine Institution habe eine weibliche Figur aus ihrer Geschichte entfernt, und beide leben davon, dass Leser das für möglich halten. In Deutschland hat „Die Päpstin“ ein ähnlich großes Publikum erreicht wie „Sakrileg“.

Was anders ist: Cross erzählt einen historischen Roman ohne Gegenwartsebene und ohne Rätsel. Die Spannung entsteht aus der Gefahr der Entdeckung. Die Historizität der Päpstin Johanna gilt in der Forschung als widerlegt, was der Roman im Nachwort selbst behandelt.

Für wen: Für Leser, denen die Frage nach der verschwiegenen Frau wichtiger war als die Symbolforschung. Rund sechshundert Seiten und leicht zu lesen.

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6. „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett

Im England des zwölften Jahrhunderts will ein Prior in der fiktiven Stadt Kingsbridge eine Kathedrale bauen. Über vier Jahrzehnte hinweg arbeiten ein Baumeister, seine Familie, ein ehrgeiziger Bischof und ein Adelsgeschlecht gegeneinander, während im Hintergrund ein Bürgerkrieg um die englische Krone läuft.

Warum ähnlich: Die Kirche als Machtapparat, und zwar von innen gezeigt. Wo Brown behauptet, die Institution verberge etwas, führt Follett vor, wie sie arbeitet: mit Geld, Bauaufträgen, Ämterbesetzung und Gewalt. Wer sich nach „Sakrileg“ gefragt hat, wie das kirchliche Machtgefüge im Mittelalter aussah, bekommt hier die Antwort in Romanform.

Was anders ist: Es gibt kein Geheimnis, keine Rätsel und keine Gegenwartsebene. Der Roman ist mit über tausend Seiten der längste dieser Liste und funktioniert als Familiensaga statt als Thriller.

Für wen: Für Leser, die ein Buch für mehrere Wochen suchen und historische Romane mögen. Mehr über den Autor steht auf der Seite zu Ken Follett und der Reihenfolge seiner Bücher.

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Was ich von „Sakrileg“ halte

Der Roman ist besser gebaut, als seine Kritiker zugeben, und schlechter geschrieben, als seine Verkaufszahlen vermuten lassen. Die erste Hälfte funktioniert hervorragend: Ein Mord im Louvre, eine Nachricht, die nur die Enkelin entschlüsseln kann, und eine Verfolgung, die keine Pause lässt. Ab dem Auftritt von Leigh Teabing kippt das Buch, weil ab da über Kapitel hinweg jemand erklärt statt zu handeln.

Was mich stört, ist die Seite vor dem ersten Kapitel. Dort erklärt Brown alle Beschreibungen von Dokumenten, Riten und Bauwerken für zutreffend und nennt das Priorat von Sion eine belegte Organisation. Das ist nachweislich falsch, denn die Dokumente sind eine Fälschung aus den sechziger Jahren. Ein Roman darf sich alles ausdenken, und wer daraus eine Recherchebehauptung macht, handelt unredlich.

Meine Empfehlung: Lies den Roman, wenn du eine schnelle Lektüre für zwei Abende willst. Und lies danach „Das Foucaultsche Pendel“, weil dort steht, wie solche Geschichten gemacht werden.

Drei Titel, die überall empfohlen werden und hier fehlen

„Illuminati“ und die anderen Langdon-Romane. Sie sind vom selben Autor und deshalb keine Antwort auf die Frage nach etwas Ähnlichem. Welcher Band sich am ehesten lohnt, steht auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie die von Dan Brown.

„Das Sakrileg“ als Sachbuchwiderlegung. Nach 2004 erschienen zahlreiche Bände, die den Roman Kapitel für Kapitel widerlegen. Für die Einordnung genügt der Hinweis auf die gefälschten Dossiers; ein ganzes Buch dazu lohnt nur bei besonderem Interesse.

„Der Schatz der Templer“ und ähnliche Titel. Der Markt hat nach 2004 eine Welle von Templerthrillern hervorgebracht, die austauschbar sind. Wer Nachschub dieser Art will, findet mit Raymond Khoury und Steve Berry die zwei verlässlichsten Namen.

Häufige Fragen

Muss ich „Illuminati“ vor „Sakrileg“ lesen?

Nein. Beide Romane sind abgeschlossen, und Langdon verändert sich zwischen ihnen nicht. Wer beide lesen will, nimmt trotzdem die Reihenfolge nach Erscheinen.

Gibt es das Priorat von Sion?

Es gab einen 1956 in Frankreich eingetragenen Verein dieses Namens, gegründet von Pierre Plantard. Die angeblich mittelalterlichen Dokumente dazu wurden in den sechziger Jahren angefertigt und in der Nationalbibliothek deponiert. Mehrere Beteiligte haben die Fälschung später eingeräumt.

Welches Buch ist „Sakrileg“ am ähnlichsten?

Im Stoff „Der Heilige Gral und seine Erben“, im Leseerlebnis „Der Name der Rose“, in der Erkenntnis „Das Foucaultsche Pendel“.

Lohnt sich der Film von 2006?

Ron Howards Verfilmung mit Tom Hanks und Audrey Tautou hält sich eng an die Handlung und kürzt die Erklärkapitel. Wer den Roman kennt, erfährt nichts Neues. Als Einstieg ist der Film brauchbar.

Ist der Roman für Jugendliche geeignet?

Ab etwa fünfzehn. Es gibt Gewalt und eine Ritualszene, die verstörend wirken kann. Wichtiger ist der Hinweis, dass die historischen Behauptungen im Buch keine sind.

Weiterlesen

Weitere Ausgangstitel mit Anschlussempfehlungen stehen in der Übersicht Alle Bücher mit Empfehlungen. Direkt daneben liegen die Seite zu ähnlichen Büchern wie die von Dan Brown und die Seite zu Ken Follett für historische Romane mit kirchlichem Stoff.

Dein Ausgangstitel steht hier nicht? Der Buchfinder für ähnliche Bücher nimmt jeden Titel entgegen und schlägt dir bis zu drei Anschlussbücher mit Begründung vor.

Diese Seite verantwortet Jakob Sommer. Welche Bücher ich selbst gelesen habe und wo eine Einschätzung auf Rezensionen und Verlagsangaben beruht, steht unter Die Methode.

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