Ähnliche Bücher wie die von Dan Brown – 6 Empfehlungen

Von

·

Stand: .

Das Wichtigste in Kürze

  • Dan Brown schreibt zwei verschiedene Sorten Bücher. Wer nach etwas Ähnlichem sucht, sollte zuerst klären, welche gemeint ist.
  • Die Robert-Langdon-Reihe lebt von Symbolen, Kirchengeschichte und einer Schnitzeljagd durch europäische Städte in einer einzigen Nacht.
  • Die frühen Einzelromane „Diabolus“ und „Meteor“ sind Technikthriller ohne Kunstgeschichte und funktionieren anders.
  • Wer den Bücherjagd-Stoff literarisch will, liest „Der Club Dumas“ von Arturo Pérez-Reverte.
  • Wer direkten Nachschub im selben Genre sucht, liest „Der letzte Templer“ von Raymond Khoury oder „Das dritte Geheimnis“ von Steve Berry.
  • Wer die deutsche Fassung derselben Machart sucht, liest „Das Jesus-Video“ von Andreas Eschbach.

Welcher Dan Brown ist gemeint?

Dan Brown hat bis 2026 acht Romane veröffentlicht, und sie zerfallen in zwei Gruppen. Wer den Autor als Ganzes empfiehlt, empfiehlt deshalb meistens an der Sache vorbei.

Die Langdon-Romane. „Illuminati“ (2000), „Sakrileg“ (2003), „Das verlorene Symbol“ (2009), „Inferno“ (2013), „Origin“ (2017) und „Das Geheimnis aller Geheimnisse“ (2025). Immer derselbe Aufbau: ein Mord in einer berühmten Institution, ein Symbolforscher, eine kluge Frau vom Fach, eine Rätselkette und eine Handlung, die in weniger als vierundzwanzig Stunden abläuft. Kurze Kapitel, Cliffhanger am Ende jedes zweiten.

Die frühen Einzelromane. „Diabolus“ (1998) handelt von Verschlüsselung und der NSA, „Meteor“ (2001) von einem Fund im Polareis und der NASA. Beide sind Technikthriller ohne Kunstgeschichte, und beide gelten als schwächer.

Die Empfehlungen unten zielen auf die Langdon-Reihe, weil fast alle Leser diese meinen. Wer die frühen Bücher mochte, ist bei ähnlichen Büchern wie „Der Schwarm“ besser aufgehoben.

Sechs Bücher, sortiert nach dem, was du suchst

1. „Der Club Dumas“ von Arturo Pérez-Reverte

Lucas Corso ist Bücherjäger im Auftrag reicher Sammler. Er soll ein Kapitel aus dem Manuskript der „Drei Musketiere“ prüfen und gleichzeitig eines von drei erhaltenen Exemplaren eines Buches begutachten, dessen Verfasser 1667 verbrannt wurde. Bei jeder Station der Reise stirbt jemand.

Warum ähnlich: Dieselbe Bauweise auf höherem literarischem Niveau. Ein Fachmann liest Zeichen, wo andere nur alte Bücher sehen, eine Reise durch europäische Städte, ein okkultes Geheimnis im Hintergrund und ein Erzähler, der den Leser bewusst in die Irre führt. Pérez-Reverte hat das zehn Jahre vor „Sakrileg“ geschrieben.

Was anders ist: Der Roman ist ironisch und spielt mit dem eigenen Genre. Es gibt keine eindeutige Auflösung, in der ein Professor alles erklärt, und das Tempo ist deutlich ruhiger. Wer die Erklärkapitel bei Brown mochte, wird sie vermissen.

Für wen: Für Leser, die den Stoff mögen und mehr literarischen Anspruch vertragen. Rund fünfhundert Seiten. Roman Polański hat den Stoff 1999 als „Die neun Pforten“ verfilmt.

„Der Club Dumas“ bei Amazon ansehen

2. „Der letzte Templer“ von Raymond Khoury

Vier Reiter in Templerrüstung überfallen eine Vatikan-Ausstellung im Metropolitan Museum in New York und nehmen einen Decodiergerät genannten Apparat mit. Eine Archäologin und ein FBI-Agent folgen der Spur bis in die Türkei und zu einem Schiffswrack.

Warum ähnlich: Von allen sechs Titeln der direkteste Ersatz. Khoury benutzt dasselbe Baukastensystem: ein Raub in einer Institution, ein Fachmann und eine Fachfrau, Templer, ein Kirchengeheimnis und kurze Kapitel mit Ortsangabe. Wer mehr vom Gleichen will, findet es hier ohne Umweg.

Was anders ist: Khoury schreibt filmischer und nimmt sich für die historischen Einschübe weniger Zeit. Die Symbolik ist dünner, die Actionanteile sind höher. Literarisch bleibt er hinter Brown zurück, den viele schon für keine hohe Messlatte halten.

Für wen: Für Leser, die schlicht Nachschub suchen und keine Ansprüche an die Sprache stellen. Der erste Band einer Reihe um dieselben Figuren.

„Der letzte Templer“ bei Amazon ansehen

3. „Das dritte Geheimnis“ von Steve Berry

Ein Papst stirbt, und sein Nachfolger will das dritte Geheimnis von Fátima veröffentlichen, das der Vatikan seit Jahrzehnten unter Verschluss hält. Ein Priester und eine Journalistin geraten zwischen die Fronten zweier Kardinäle.

Warum ähnlich: Berry arbeitet am selben Rohstoff: kirchliche Institutionen, unterdrücktes Wissen und ein Konflikt zwischen Aufklärung und Bewahrung. Wie Brown mischt er belegte historische Details mit Erfindung und setzt an den Kapitelenden auf Cliffhanger.

Was anders ist: Berry bleibt näher an der Politik und weiter weg von der Symbolforschung. Es gibt keinen Langdon-artigen Experten, der Bilder deutet, und die Handlung spielt sich über Wochen ab statt über eine Nacht.

Für wen: Für Leser, die den Vatikanstoff mögen und einen ruhigeren Erzählrhythmus vertragen. Berry hat über zwanzig Romane geschrieben, sodass Nachschub gesichert ist.

„Das dritte Geheimnis“ bei Amazon ansehen

4. „Das Montglane-Spiel“ von Katherine Neville

Ein Schachspiel, das Karl der Große besessen haben soll, wurde 1790 aus einem französischen Kloster in alle Winde verstreut, weil seine Figuren zusammen eine gefährliche Formel ergeben. Zwei Erzählstränge, einer während der Französischen Revolution und einer 1972 in Algerien, verfolgen die Suche.

Warum ähnlich: Das ist der Roman, der die Bauform erfunden hat, die Brown später berühmt machte. Doppelte Zeitebene, ein historisches Artefakt mit verborgener Bedeutung, Geheimbünde und eine Heldin, die schneller kombiniert als ihre Verfolger. Neville hat das 1988 veröffentlicht, fünfzehn Jahre vor „Sakrileg“.

Was anders ist: Das Buch ist mit rund siebenhundert Seiten länger und deutlich verschachtelter. Neville verlangt Aufmerksamkeit für zwei Erzählstränge und ein großes Personal, und sie erklärt weniger, als Brown erklären würde.

Für wen: Für Leser, die den Ursprung der Gattung lesen wollen und Ausdauer mitbringen. Für Schachspieler ein zusätzliches Vergnügen.

„Das Montglane-Spiel“ bei Amazon ansehen

5. „Das Jesus-Video“ von Andreas Eschbach

Bei einer Ausgrabung in Israel findet ein Student das Skelett eines Mannes, der vor zweitausend Jahren begraben wurde und die Bedienungsanleitung einer Videokamera bei sich trug, die es erst in einigen Jahren geben wird. Der Vatikan, ein Medienkonzern und eine Handvoll Wissenschaftler suchen die Kassette.

Warum ähnlich: Die deutsche Fassung derselben Machart, und in mehreren Punkten die bessere. Auch hier steht ein religiöses Geheimnis im Zentrum, auch hier jagen mehrere Parteien demselben Gegenstand hinterher, und auch hier gibt es eine Institution, die kein Interesse an der Wahrheit hat.

Was anders ist: Eschbach denkt seine Ausgangsidee naturwissenschaftlich zu Ende, wo Brown mit Symbolik arbeitet. Der Roman erschien 1998 und spielt in einer Gegenwart ohne Smartphones. Die Figuren bleiben blasser als bei Brown.

Für wen: Für Leser, die deutsche Autoren bevorzugen und ein Buch für eine Woche suchen. Mehr davon steht auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie die von Andreas Eschbach.

„Das Jesus-Video“ bei Amazon ansehen

6. „Relic“ von Douglas Preston und Lincoln Child

Im New Yorker Naturkundemuseum werden kurz vor einer großen Ausstellungseröffnung Menschen zerfleischt aufgefunden. Eine Doktorandin und ein FBI-Agent aus New Orleans namens Pendergast finden heraus, dass eine Expeditionskiste aus dem Amazonasgebiet mehr enthielt als Pflanzenproben.

Warum ähnlich: Dieselbe Kulisse und dasselbe Erzähltempo. Ein berühmtes Museum bei Nacht, ein Ermittler mit ungewöhnlichem Fachwissen, kurze Kapitel und eine Auflösung, die naturwissenschaftlich begründet wird. Wer bei Brown vor allem die Institution und die Jagd durch ihre Gänge mochte, findet das hier.

Was anders ist: Es gibt keine Kirchengeschichte und keine Symbolforschung. Der Stoff kommt aus der Biologie, und der Roman hat Horroranteile, die bei Brown fehlen. Der Ton ist rauer.

Für wen: Für Leser, denen die Kulisse wichtiger war als das Thema. Der Auftakt einer Reihe um Agent Pendergast, die inzwischen mehr als zwanzig Bände umfasst.

„Relic“ bei Amazon ansehen

Was ich von Dan Brown halte

Brown kann eine Sache sehr gut, und es ist nicht das Schreiben: Er baut Kapitelenden. Kaum jemand bringt einen Leser so zuverlässig dazu, noch eines zu lesen. Wer wissen will, wie das handwerklich geht, kann „Sakrileg“ mit dem Bleistift lesen und mitzählen, an welcher Stelle er wechselt.

Was mich stört, ist die Behauptung von Faktentreue. Vor „Sakrileg“ steht eine Seite, auf der alle Beschreibungen von Kunstwerken, Dokumenten und Riten als zutreffend bezeichnet werden. Das stimmt in dieser Form nicht, und es hat einer Menge Leser ein schiefes Bild von Kirchengeschichte hinterlassen. Ein Roman darf erfinden, was er will; er sollte es nur nicht als Recherche verkaufen.

Meine Empfehlung: Nimm „Illuminati“ statt „Sakrileg“, wenn du einen Langdon lesen willst. Der Aufbau ist derselbe, die Rätsel sind besser, und Rom als Kulisse ist stärker als Paris.

Drei Titel, die überall empfohlen werden und hier fehlen

„Der Name der Rose“ von Umberto Eco. Steht in jeder Liste. Der Roman ist ein historischer Kriminalfall mit semiotischem Unterbau und ein Buch, das seine Leser fordert. Wer nach Brown dorthin wechselt, unterschätzt den Abstand. Er passt eher zur Seite über ähnliche Bücher wie „Sakrileg“, wo es um den Stoff geht.

„Der Schwarm“ von Frank Schätzing. Wird genannt, weil beide dicke Bestseller mit Rechercheanteil sind. Schätzing arbeitet mit überprüfbarer Naturwissenschaft, Brown mit Symbolik. Die Leserschaft überschneidet sich, die Bücher kaum.

Weitere Romane von Dan Brown. Sie stehen oben im Abschnitt über die beiden Werkgruppen. Als Antwort auf die Frage nach etwas Ähnlichem taugen sie nicht, weil sie vom selben Autor stammen.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge liest man die Robert-Langdon-Romane?

Nach Erscheinen: „Illuminati“, „Sakrileg“, „Das verlorene Symbol“, „Inferno“, „Origin“, „Das Geheimnis aller Geheimnisse“. Jeder Band ist abgeschlossen, und Langdon entwickelt sich kaum, sodass ein Quereinstieg möglich ist.

Mit welchem Buch fängt man an?

Mit „Illuminati“. Es ist der erste Langdon, spielt in Rom und hat die dichteste Rätselkette. „Sakrileg“ ist bekannter und schwächer gebaut.

Stimmen die historischen Angaben in den Romanen?

Teilweise. Orte, Kunstwerke und Gebäude sind meistens korrekt beschrieben. Die Deutungen und die Verschwörungsgeschichten sind Erfindung oder stammen aus umstrittenen Sachbüchern. Der Vorspann, der alles für zutreffend erklärt, gehört zur Vermarktung.

Welcher Autor kommt Dan Brown am nächsten?

Raymond Khoury und Steve Berry für den direkten Ersatz, Arturo Pérez-Reverte für alle, die etwas Besseres wollen.

Muss ich die Filme kennen?

Nein. Drei Langdon-Romane wurden mit Tom Hanks verfilmt: „The Da Vinci Code“ (2006), „Illuminati“ (2009) und „Inferno“ (2016). Die Filme kürzen die Rätsel stark und sind als Ersatz für die Bücher ungeeignet.

Weiterlesen

Weitere Ausgangstitel mit Anschlussempfehlungen stehen in der Übersicht Alle Bücher mit Empfehlungen. Direkt daneben liegt die Seite zu ähnlichen Büchern wie „Sakrileg“, in der es um den Gralsstoff selbst geht, sowie die Übersicht Autorinnen und Autoren.

Dein Ausgangstitel steht hier nicht? Der Buchfinder für ähnliche Bücher nimmt jeden Titel entgegen und schlägt dir bis zu drei Anschlussbücher mit Begründung vor.

Diese Seite verantwortet Jakob Sommer. Welche Bücher ich selbst gelesen habe und wo eine Einschätzung auf Rezensionen und Verlagsangaben beruht, steht unter Die Methode.

Die Buchlinks führen zu Amazon; wir bekommen davon eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.