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Das Wichtigste in Kürze
- „Der Vorleser“ ist kein Buch über eine Liebe und auch keines über den Holocaust. Es ist ein Buch darüber, was mit einem Leser passiert, der für eine Täterin Partei ergriffen hat, bevor er wusste, wer sie ist.
- Deshalb hängt die passende Anschlusslektüre daran, welche Frage bei dir offengeblieben ist — nicht am Thema.
- Für die Frage nach den Nachgeborenen: „Am Beispiel meines Bruders“ von Uwe Timm. Für die juristische Seite: „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach.
- Für die Tätersicht, wenn du sie aushältst: „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell. Für die grundsätzliche Frage: „Eichmann in Jerusalem“ von Hannah Arendt.
- Für die andere Seite: „Austerlitz“ von W. G. Sebald. Für Schuld ohne NS-Bezug: „Abbitte“ von Ian McEwan.
- Der Roman erschien 1995 bei Diogenes, ist in über 50 Sprachen übersetzt und wurde 2008 unter der Regie von Stephen Daldry verfilmt — Kate Winslet bekam dafür 2009 den Oscar.
Warum dieses Buch schwer weiterzuempfehlen ist
Die meisten Empfehlungslisten behandeln „Der Vorleser“ als Roman über die NS-Zeit und schlagen daraufhin andere Romane über die NS-Zeit vor. Das ist naheliegend und geht am Buch vorbei. Von den knapp zweihundert Seiten spielen nur wenige im Krieg, und was dort geschah, erfährt man aus Prozessakten und einem einzigen Bericht einer Überlebenden.
Worum es tatsächlich geht, sieht man am Aufbau. Der Roman hat drei Teile und dazwischen eine Stelle, an der er die Richtung wechselt.

Der erste Teil erzählt eine Beziehung so, wie ein Fünfzehnjähriger sie erlebt hat und ein Erwachsener sie erinnert: als Glück. Der zweite Teil setzt dieselbe Frau auf die Anklagebank. Und dann tut der Roman etwas, das man ihm bis heute vorwirft — er bietet eine Erklärung an, die entlastet. Hanna kann nicht lesen und schreiben, sie schämt sich dafür mehr als für alles andere, und sie nimmt lieber eine lebenslange Haftstrafe auf sich, als das zuzugeben.
An dieser Stelle spalten sich die Leser, und an dieser Stelle spalten sich auch die passenden Empfehlungen. Die einen wollen wissen, wie Nachgeborene mit so etwas umgehen. Die anderen wollen wissen, wie ein Rechtsstaat damit umgeht. Wieder andere wollen die Perspektive der Täter genauer haben oder endlich die der Opfer. Und manche wollen mit dem Thema nichts mehr zu tun haben, aber die Erzählform wiederhaben: einen Menschen, der sein Leben lang an einer einzigen Entscheidung trägt.
Sechs Bücher, sortiert nach der Frage, die offengeblieben ist
„Am Beispiel meines Bruders“ von Uwe Timm
Uwe Timms sechzehn Jahre älterer Bruder meldete sich freiwillig zur Waffen-SS und starb 1943 in der Ukraine. Zurück blieben ein dünnes Tagebuch, ein paar Briefe und eine Familie, die bis zuletzt an ihm festhielt. Timm liest die Aufzeichnungen sechzig Jahre später und findet darin fast nichts — Wetter, Essen, Marschwege, und dazwischen eine Notiz über einen rauchenden Rotarmisten in fünfundsiebzig Metern Entfernung, den er für ein lohnendes Ziel hält. Kurz darauf bricht das Heft ab.
Warum ähnlich: Es ist dieselbe Konstellation ohne Erfindung. Ein Nachgeborener steht vor einem Menschen, den er liebt oder lieben soll, und findet heraus, was dieser Mensch getan hat. Nur dass Timm keine Auflösung anbietet und keine Erklärung, die entlastet. Er beschreibt stattdessen, wie in seiner Familie über den Bruder gesprochen wurde — und wie darüber nicht gesprochen wurde.
Was anders ist: kein Roman, sondern eine Erinnerungsarbeit, knapp gehalten und ohne dramatische Zuspitzung. Wenn „Der Vorleser“ das Kunstwerk ist, ist dies der Rohstoff.
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„Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach
Ein älterer Italiener erschießt in einem Berliner Hotel einen angesehenen Industriellen und sagt danach kein Wort mehr. Sein Pflichtverteidiger ist Berufsanfänger und findet im Lauf des Verfahrens heraus, warum die Tat nie hätte verjähren dürfen — und warum sie es trotzdem tat.
Warum ähnlich: Schirach stellt Schlinks Frage noch einmal, aber aus der Sicht des Rechts. Wo Schlink fragt, was ein Einzelner seiner Vergangenheit schuldet, fragt Schirach, was ein Staat der seinen schuldet — und die Antwort fällt unangenehm aus. Beide Autoren sind Juristen, beide schreiben knapp und kühl, beide verweigern das große Schlussplädoyer.
Was anders ist: Das Buch ist deutlich kürzer und liest sich wie ein Krimi. Es hatte zudem eine Wirkung, die Romane selten haben: Die darin behandelte Gesetzeslücke von 1968 wurde nach Erscheinen öffentlich diskutiert, und das Bundesjustizministerium ließ seine eigene Nachkriegsgeschichte aufarbeiten.
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„Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell
Maximilian Aue, ehemaliger SS-Offizier, lebt nach dem Krieg unbehelligt als Fabrikdirektor in Frankreich und erzählt auf rund tausendvierhundert Seiten sein Leben — Babyn Jar, Stalingrad, Auschwitz, Berlin. Er entschuldigt sich nicht, er erklärt. Der Roman gewann 2006 den Prix Goncourt und wurde in Frankreich wie in Deutschland heftig gestritten.
Warum ähnlich: Es ist das Gegenexperiment. Schlink zeigt eine Täterin von außen und lässt den Leser sie verstehen wollen. Littell setzt den Leser für tausendvierhundert Seiten in den Kopf eines Täters und lässt ihn nicht wieder heraus. Wer nach „Der Vorleser“ das Gefühl hatte, es sich zu leicht gemacht zu haben, bekommt hier das Gegenteil.
Was anders ist: Das Buch ist an mehreren Stellen schwer erträglich, und ein Teil der Kritik hält Aues privates Innenleben für einen Fehler, weil es die historischen Taten mit einer erfundenen Psychopathologie überlagert. Man sollte wissen, worauf man sich einlässt.
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„Eichmann in Jerusalem“ von Hannah Arendt
Arendt berichtete 1961 für den New Yorker vom Prozess gegen Adolf Eichmann und schrieb daraus ein Buch, dessen Untertitel bekannter ist als sein Titel: ein Bericht von der Banalität des Bösen. Ihre These, dass der Mann im Glaskasten kein Ungeheuer war, sondern ein pflichtbewusster Beamter ohne Fähigkeit zum eigenen Urteil, hat eine Debatte ausgelöst, die bis heute nicht abgeschlossen ist.
Warum ähnlich: Weil Schlinks Roman ohne dieses Buch nicht denkbar wäre. Hanna Schmitz ist genau die Figur, die Arendt beschreibt — jemand, der eine Aufgabe erfüllt und die Frage nach dem Sinn dieser Aufgabe gar nicht erst stellt. Wer wissen will, ob Schlink sich das ausgedacht hat oder ob er eine Denkfigur benutzt, findet die Antwort hier.
Was anders ist: Es ist ein Sachbuch und in Teilen ein Streitschrift. Arendts Urteile über die jüdischen Räte haben ihr scharfe Kritik eingetragen; wer das Buch liest, sollte diese Debatte mitlesen.
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„Austerlitz“ von W. G. Sebald
Ein Mann namens Jacques Austerlitz ist in Wales bei einem Predigerehepaar aufgewachsen und erfährt als Jugendlicher, dass er nicht so heißt, wie er heißt. Er wurde als Kind mit einem Kindertransport aus Prag gebracht. Der Roman folgt seiner Rekonstruktion über Jahrzehnte, in langen, ineinandergeschobenen Sätzen und mit Schwarzweißfotografien im Text.
Warum ähnlich: Es ist dieselbe Zeit von der anderen Seite. Schlinks Michael leidet daran, dass er zu viel weiß; Sebalds Austerlitz leidet daran, dass ihm alles genommen wurde, auch die Erinnerung. Beide Bücher handeln davon, dass eine Vergangenheit, über die nicht gesprochen wird, trotzdem weiterarbeitet.
Was anders ist: Sebald schreibt Sätze, die über Seiten gehen, und verzichtet auf Handlung fast vollständig. Man liest das langsam oder gar nicht.
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„Abbitte“ von Ian McEwan
Briony ist dreizehn, versteht eine Szene falsch, die sie beobachtet, und sagt vor der Polizei etwas aus, das zwei Leben zerstört. Der Rest des Romans — Krieg, Dünkirchen, ein Krankenhaus in London — ist der Versuch, das wiedergutzumachen. Der Schluss stellt in Frage, ob dieser Versuch überhaupt möglich war.
Warum ähnlich: Wenn dich an „Der Vorleser“ nicht das Thema gefesselt hat, sondern die Bauart — ein Erzähler, der sein Leben an einer einzigen Entscheidung aufhängt und beim Erzählen selbst nicht sauber bleibt —, dann ist das hier die konsequenteste Fassung davon. McEwan geht dabei einen Schritt weiter als Schlink: Er stellt am Ende offen die Frage, wozu Literatur eigentlich dient, wenn sie Schuld nur erträglicher macht.
Was anders ist: kein NS-Bezug, englisches Landhaus statt deutscher Kleinstadt, und deutlich mehr Handlung.
Wo „Der Vorleser“ zwischen diesen Büchern steht
Zwei Unterscheidungen ordnen dieses Feld besser als jede Genre-Einteilung: Wer erzählt — ein Täter oder jemand, der danach kam? Und wie viel davon ist belegt?

Diese Position ist der Grund für den ganzen Streit um das Buch. Wer wie Uwe Timm aus Dokumenten arbeitet, kann nichts beschönigen, weil er nichts erfindet. Wer wie Littell frei erfindet, tut es wenigstens ohne Anspruch auf einen Einzelfall. Schlink macht beides gleichzeitig: Er erfindet eine Täterin, gibt ihr eine sehr spezielle Biografie und lässt diese Biografie ihre Tat mit erklären. Das ist erzählerisch stark und historisch heikel, und beides zugleich ist es bis heute.
Zur Einordnung der Zeit selbst helfen die Beiträge zur Exilliteratur und zur Trümmerliteratur; einen Überblick über alle Strömungen gibt die Übersicht der Literaturepochen.
Der Roman gehört zu einer ganzen Welle
Was in „Der Vorleser“ verhandelt wird, hat in der deutschen Literatur eine eigene Schublade: die Väterliteratur der späten siebziger und achtziger Jahre. Söhne und Töchter schrieben über ihre Eltern und fragten, was diese getan hatten und warum nie darüber gesprochen wurde.
Die bekanntesten Bücher dieser Welle sind heute kaum noch im Gespräch, lohnen aber. „Die Reise“ von Bernward Vesper erschien 1977 nach dem Tod des Autors; Vesper war der Sohn des nationalsozialistischen Dichters Will Vesper und schreibt sich an ihm ab, während er selbst zerfällt. „Suchbild. Über meinen Vater“ von Christoph Meckel vergleicht 1980 die Tagebücher eines feinsinnigen Dichters mit dem, was dieser Dichter als Soldat notierte. Und „Vati“ von Peter Schneider erzählt 1987 einen Sohn, der seinen untergetauchten Vater in Südamerika besucht — angelehnt an den Sohn Josef Mengeles.
Schlink schrieb acht bis zwanzig Jahre nach diesen Büchern, und er machte eine Verschiebung, die den Unterschied ausmacht: Bei ihm ist die Täterin nicht der Vater, sondern die Geliebte. Damit fällt die Familie als Erklärung weg. Michael muss sich nicht zwischen Loyalität und Wahrheit entscheiden, weil er Hanna nichts schuldet — und tut es trotzdem. Das ist der Grund, warum der Roman international gelesen wurde und die Väterbücher nicht: Er löst die Frage aus der deutschen Familienaufstellung heraus und macht sie allgemein.
Wenn du bei Bernhard Schlink bleiben willst
Schlink ist Jurist — Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie —, und man merkt es jedem seiner Bücher an: Es geht fast immer um einen Fall, um zwei vertretbare Positionen und um einen Erzähler, der sich nicht ganz sauber verhält.
Angefangen hat er mit Kriminalromanen um den Privatdetektiv Gerhard Selb, einen ehemaligen Staatsanwalt der NS-Zeit. Der erste heißt „Selbs Justiz“ und behandelt dasselbe Thema wie „Der Vorleser“, nur als Krimi und acht Jahre früher.
Von den späteren Romanen sind zwei besonders zu empfehlen: „Olga“, die Geschichte einer Lehrerin, die ein Jahrhundert und einen Mann überdauert, der nach Norden verschwindet — und „Die Enkelin“, in dem ein westdeutscher Buchhändler nach dem Tod seiner Frau eine Enkelin in einem völkischen Dorf findet. Letzteres ist Schlinks Versuch, dieselbe Frage in der Gegenwart zu stellen: Was schuldet man jemandem, dessen Überzeugungen man verabscheut?
Was ich von „Der Vorleser“ halte
Ich halte den Roman für hervorragend gebaut und für an einer Stelle unehrlich. Beides gehört zusammen.
Hervorragend gebaut: Es gibt wenige Bücher, die so genau wissen, was sie mit ihrem Leser tun. Der erste Teil ist warm erzählt, in der Erinnerungsfarbe eines alten Mannes, und man liest ihn arglos. Wenn Hanna dann im Gerichtssaal sitzt, sucht man nicht nach der Wahrheit, sondern nach Entlastung — und ertappt sich dabei. Diese Selbstbeobachtung ist die Leistung des Buches, und sie funktioniert bei fast jedem.
Unehrlich: Der Analphabetismus ist eine zu elegante Lösung. Er erklärt, warum Hanna beim Prozess schweigt, er erklärt, warum sie den Dienst bei der SS annahm, er erklärt sogar, warum sie sich Michael vorlesen ließ. Ein Motiv, das alles erklärt, erklärt nichts mehr. Jeremy Adler hat dem Roman deshalb Kulturpornografie vorgeworfen — ein harter Ausdruck, aber der Kern des Einwands stimmt: Wer eine Täterin mit einer Scham ausstattet, die größer ist als ihre Schuld, hat die Gewichte verschoben.
Und ein dritter Punkt, der lange kaum vorkam und den ich heute für den wichtigsten halte: Was im ersten Teil erzählt wird, ist der sexuelle Missbrauch eines Fünfzehnjährigen durch eine sechsunddreißigjährige Frau. Der Roman erzählt es als Liebesgeschichte, weil sein Erzähler es so erinnern will — das ist konsequent. Aber jahrzehntelang haben Leser, Kritiker und Lehrpläne diese Ebene mitgelesen, ohne sie zu benennen. In der Schweiz wird im Unterricht inzwischen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die geschilderte Beziehung strafbar wäre. Das ist kein Argument gegen das Buch. Es ist ein Argument dafür, es nicht ohne Gespräch zu lesen.
Für die Schule
„Der Vorleser“ steht in mehreren Bundesländern auf den Leselisten der Oberstufe, und das aus einem guten Grund: Der Roman lässt sich nicht auf eine Aussage bringen. Er beantwortet die Frage nach Hannas Schuld nicht, er beantwortet die Frage nach Michaels Anteil nicht, und er lässt am Ende offen, ob das Vorlesen auf Kassette eine Zuwendung war oder eine Feigheit.
Was sich an ihm gut zeigen lässt: die Unzuverlässigkeit eines Ich-Erzählers, der ehrlich sein will und trotzdem auswählt. Wer eine Interpretation schreibt, kommt am weitesten, wenn er nicht fragt, was Michael erlebt hat, sondern warum er es in dieser Reihenfolge erzählt.
Was der Roman nicht leistet: eine Darstellung der Verbrechen. Die Lagerrealität kommt fast nur als Prozessstoff vor. Wer das Thema historisch braucht, sollte einen zweiten Text danebenlegen — ein Sachbuch oder einen der Titel weiter oben. Ähnlich vorsichtig geht der Beitrag zu ähnlichen Büchern wie „Die Bücherdiebin“ vor, wo dieselbe Unterscheidung zwischen Deutung und Quelle nötig ist.
Häufige Fragen
Worum geht es in „Der Vorleser“ in einem Satz?
Ein Mann erinnert sich an eine Affäre, die er mit fünfzehn mit einer doppelt so alten Frau hatte, und muss Jahre später erleben, wie dieselbe Frau als KZ-Aufseherin vor Gericht steht — und lieber verurteilt wird, als zuzugeben, dass sie nicht lesen kann.
Ist die Geschichte wahr?
Nein. Weder Hanna Schmitz noch der Prozess noch die brennende Kirche sind belegte Einzelfälle. Der historische Rahmen — die Nachkriegsprozesse gegen Aufseherinnen und das Schweigen der Elterngeneration — ist es dagegen sehr wohl. Genau in dieser Mischung liegt die Streitfrage um das Buch.
Warum wird der Roman kritisiert?
Im Kern an zwei Punkten. Erstens: Das Analphabetismus-Motiv lade dazu ein, eine Täterin als Opfer zu lesen. Zweitens: Der Roman biete der zweiten Generation ein bequemes Gefühl von Verstrickung an, ohne konkret zu werden. Der Germanist Jeremy Adler hat dafür den Ausdruck Kulturpornografie geprägt. Die Gegenseite hält dagegen, dass genau diese Versuchung Gegenstand des Buches sei und nicht seine Aussage.
Lohnt sich der Film?
Bedingt. Stephen Daldrys Verfilmung von 2008 ist sorgfältig gemacht, und Kate Winslet bekam dafür verdient den Oscar. Der Film muss aber äußerlich zeigen, was im Buch als Erinnerung erzählt wird, und verliert damit genau die Unschärfe, die den Roman ausmacht. Wer nur den Film kennt, kennt eine Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund — nicht das Buch.
Ab welchem Alter ist der Roman geeignet?
Ab etwa sechzehn. Nicht wegen der Drastik — die Sprache ist zurückhaltend —, sondern weil das Buch ohne Einordnung leicht falsch gelesen wird. Für jüngere Leser mit Interesse am Thema ist „Die Bücherdiebin“ der bessere Einstieg.
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