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Das Wichtigste in Kürze
- Sarah J. Maas hat drei Reihen geschrieben: Throne of Glass (sieben Bände, abgeschlossen), Das Reich der sieben Höfe (fünf Bände, zwei angekündigt) und Crescent City (drei Bände, fortlaufend).
- Innerhalb jeder Reihe gilt: streng der Reihe nach. Zwischen den Reihen gibt es genau eine Stelle, an der die Reihenfolge zählt — ab dem zweiten „Crescent City“-Band.
- Empfohlene Gesamtreihenfolge: erst „Throne of Glass“ oder „Das Reich der sieben Höfe“, „Crescent City“ zuletzt.
- Der einzige echte Stolperstein steckt in „Throne of Glass“: Band 5 und Band 6 spielen zur selben Zeit. Wer sie nacheinander liest, verliert nichts an Verständnis, aber viel an Spannung.
- Die Vorgeschichte „Celaenas Geschichte“ steht chronologisch vor Band 1 — sie wirkt aber deutlich stärker, wenn du sie nach Band 1 liest.
- Einstiegsempfehlung nach Typ: Wer Romantasy will, beginnt mit „Dornen und Rosen“. Wer Fantasy mit Kriegshandlung will, beginnt mit „Die Erwählte“. Wer Urban Fantasy für Erwachsene will, beginnt mit „Crescent City“ — und nimmt den Spoiler-Nachteil in Kauf.
Drei Reihen, ein Universum — und nur eine echte Reihenfolgefrage
Sarah J. Maas ist seit 2023 die meistverkaufte Fantasy-Autorin des deutschen Marktes, und mit dem Erfolg kam eine Frage, die in jeder Buchhandlung mehrmals pro Woche gestellt wird: Was liest man zuerst? Die Antwort fällt kürzer aus, als das Internet vermuten lässt.
Die drei Reihen sind keine Trilogie und keine Fortsetzungen voneinander. Sie spielen in drei verschiedenen Welten, mit verschiedenen Figuren, in verschiedenen Genres. Erst spät stellt sich heraus, dass diese Welten nebeneinander existieren und man zwischen ihnen reisen kann — und genau dieser Umstand ist der einzige Grund, überhaupt auf eine Reihenfolge zu achten.
Alles andere ist Geschmacksfrage. Und die lässt sich beantworten, wenn man weiß, was die drei Reihen unterscheidet.

Throne of Glass: sieben Bände und eine Vorgeschichte
Die älteste der drei Reihen, im Original zwischen 2012 und 2018 erschienen, auf Deutsch bei dtv. Sie ist abgeschlossen — das ist ihr größtes Argument, wenn du auf Fortsetzungen keine Lust hast.
Die Reihenfolge lautet:
- Die Erwählte — Celaena Sardothien, achtzehn, beste Attentäterin des Reiches, holt der Kronprinz aus dem Salzbergwerk, damit sie für ihn in einem Turnier kämpft.
- Kriegerin im Schatten — der Band, in dem die Reihe aufhört, ein Jugendbuch zu sein.
- Erbin des Feuers — neue Erzählstränge, neuer Kontinent, das Ensemble wächst.
- Königin der Finsternis
- Die Sturmbezwingerin
- Der verwundete Krieger
- Herrscherin über Asche und Zorn — der Abschluss, und mit Abstand der dickste Band.
Dazu kommt „Celaenas Geschichte“, fünf Novellen aus der Zeit vor Band 1, im englischen Original als „The Assassin’s Blade“ gesammelt.
Wohin mit „Celaenas Geschichte“?
Chronologisch gehört die Vorgeschichte an den Anfang. Erzählerisch nicht.
Der Grund steckt in einer Figur namens Sam. In Band 1 ist Sam bereits tot, und Celaena erwähnt ihn beiläufig, so wie man etwas erwähnt, worüber man nicht sprechen will. Wer die Novellen vorher liest, weiß, wer Sam war — und liest Band 1 mit dem Wissen des Trauernden. Wer sie nachher liest, erlebt dieselbe Geschichte als Rückblende und versteht plötzlich, warum Celaena in Band 1 so ist, wie sie ist.
Beides funktioniert. Der zweite Weg funktioniert besser, weil Maas Band 1 erkennbar so gebaut hat, dass diese Lücke wirkt. Meine Empfehlung: Band 1 lesen, dann die Novellen, dann ab Band 2 weiter. Wer chronologisch denkt und Spoiler hasst, fängt trotzdem mit den Novellen an und macht nichts falsch — sie verraten nichts über die Haupthandlung.
Der Sonderfall: Band 5 und Band 6 spielen gleichzeitig
Das ist der einzige Punkt, an dem eine Reihenfolge-Seite tatsächlich gebraucht wird, und er wird selten erklärt.
„Die Sturmbezwingerin“ (Band 5) und „Der verwundete Krieger“ (Band 6) sind keine aufeinanderfolgenden Bände. Sie erzählen denselben Zeitraum aus zwei getrennten Handlungssträngen: Band 5 bleibt bei Celaena und dem Krieg, Band 6 folgt Chaol Westfall in ein anderes Land, wo er körperlich wieder auf die Beine kommen soll. Beide enden ungefähr am selben Tag, und Band 7 setzt bei beiden Strängen gleichzeitig an.
Daraus folgen drei mögliche Wege:
- Nacheinander (5, dann 6). Der bequeme Weg. Nachteil: Band 5 endet mit einem Cliffhanger, den Band 6 nicht auflöst — stattdessen springst du 700 Seiten lang in eine Nebenhandlung, deren Ausgang du an einer Stelle sogar schon kennst.
- Nacheinander umgekehrt (6, dann 5). Löst das Cliffhanger-Problem, schafft dafür ein neues: Band 6 nimmt eine Entwicklung aus Band 5 vorweg.
- Im Wechsel („Tandem-Read“). Beide Bücher parallel, kapitelweise nach Handlungszeit sortiert. Die englischsprachige Leserschaft hat dafür detaillierte Leselisten erstellt; für die deutschen Ausgaben lässt sich dasselbe grob nachbauen, indem man nach jedem größeren Abschnitt wechselt.
Wenn du zum ersten Mal liest und keine Lust auf Buchhaltung hast: lies 5, dann 6, und wisse vorher, dass Band 6 eine Pause ist und keine Fortsetzung. Allein dieses Wissen rettet die meisten Leseabbrüche, die an dieser Stelle passieren.

Das Reich der sieben Höfe: fünf Bände, zwei angekündigt
Die bekannteste der drei Reihen, im deutschsprachigen Raum meist unter dem Kürzel ACOTAR gehandelt. Die Reihenfolge:
- Dornen und Rosen — „Die Schöne und das Biest“ im Feenreich.
- Flammen und Finsternis — der Band, wegen dem es die Reihe gibt.
- Sterne und Schwerter
- Frost und Mondlicht — kurzer Zwischenband.
- Silbernes Feuer — wechselt die Hauptfigur zu Nesta.
Zwei weitere Bände sind bei dtv angekündigt und haben noch keinen deutschen Titel. Ein Erscheinungstermin steht nicht fest — wer die Reihe jetzt beginnt, beginnt eine unfertige Reihe.
Zu Band 4 die übliche Frage: Ja, „Frost und Mondlicht“ lässt sich überspringen. Es ist ein Zwischenstück über die Wintersonnenwende, ohne eigenen Konflikt. Es bereitet allerdings Nesta vor, und ohne diese Vorbereitung liest sich Band 5 wie ein Sprung. Wer die Reihe mag, liest ihn; wer nur die Handlung will, kann ihn auslassen.
Welcher Anschlusstitel zu welchem Band passt, steht ausführlich im Beitrag Ähnliche Bücher wie „Das Reich der sieben Höfe“ — dort ist die Liste nach Bänden sortiert, weil Band 1 und Band 2 völlig verschiedene Leserinnen ansprechen.
Warum dieselbe Reihe zwei Titelsysteme hat
Wer die Reihe heute im Buchhandel sucht, stolpert über ein Ärgernis, das nichts mit der Autorin zu tun hat: Es gibt dieselben Bücher unter zwei Namen.
Die älteren deutschen Ausgaben heißen „Dornen und Rosen“, „Flammen und Finsternis“ und so weiter. Die aktuellen Hardcover-Ausgaben führt dtv dagegen unter den englischen Originaltiteln — A Court of Thorns and Roses, A Court of Mist and Fury, A Court of Wings and Ruin, A Court of Frost and Starlight, A Court of Silver Flames. Die beiden angekündigten Bände sind dort schlicht als A Court of Thorns and Roses 6 und 7 gelistet.
Das ist derselbe deutsche Text in neuer Ausstattung, kein anderes Buch und keine andere Übersetzung. Wenn dir also im Regal „A Court of Mist and Fury“ auf Deutsch begegnet: Das ist Band 2, „Flammen und Finsternis“. Praktisch heißt das auch — Vorsicht beim Verschenken, wenn jemand schon die alte Reihe im Regal stehen hat.
Crescent City: drei Bände — und die Stelle, an der alles zusammenläuft
Die jüngste Reihe und die einzige, die nicht in einer mittelalterlich anmutenden Welt spielt, sondern in einer Großstadt mit Handys, Bars und Polizeirevieren. Die Reihenfolge:
Hier liegt der Berührungspunkt. Am Ende von Band 2 tritt etwas auf, das aus einer der anderen Reihen stammt, und in Band 3 ist es keine Anspielung mehr, sondern Handlung. Wer „Crescent City“ zuerst liest, versteht trotzdem alles — die Reihe erklärt sich selbst. Er verliert nur den Moment, in dem man das Buch kurz weglegt, weil man gerade begriffen hat, was da passiert ist.
Das ist kein Verständnisproblem, sondern ein Wirkungsproblem. Und es ist der einzige Grund, warum diese Seite überhaupt eine Empfehlung ausspricht statt nur eine Liste zu zeigen: „Crescent City“ zuletzt.
Mit welcher Reihe solltest du anfangen?
Drei brauchbare Wege, je nachdem, was du eigentlich suchst.
Du willst Romantasy, und zwar die, über die alle reden. Dann „Dornen und Rosen“. Band 1 ist schnell gelesen und ehrlich gesagt der schwächste der Reihe — halte bis Band 2 durch, dort passiert das, wofür die Reihe berühmt ist. Wer nach zwei Bänden nicht überzeugt ist, wird es auch nach fünf nicht.
Du willst Fantasy mit Handlung, Politik und Schlachten, Liebesgeschichte gern, aber nicht als Hauptsache. Dann „Die Erwählte“. Die Reihe ist fertig, sie wird von Band zu Band besser, und ihr Ensemble ist das stärkste, das Maas geschrieben hat. Der Preis: Band 1 wirkt ungelenk, weil es ihr erstes Buch war. Zwei Bände Vorschuss, dann trägt es.
Du willst etwas Erwachsenes, Modernes, ohne Burgen. Dann „Crescent City“ — mit dem Wissen, dass du dir Überraschungen aus den anderen beiden Reihen verbrennst. Für viele ist das ein akzeptabler Preis, weil sie die anderen Reihen ohnehin nie lesen würden.
Was du nicht tun solltest: alle drei Reihen parallel beginnen. Die Welten ähneln sich in ihren Regeln stärker, als es die Klappentexte vermuten lassen, und nach zweihundert Seiten verwechselst du zuverlässig, wer in welcher Reihe Flügel hat.
Worauf du dich einlässt: der Umfang
Eine Zahl, die in keiner Reihenfolge-Liste steht und die man vor dem ersten Band kennen sollte: Fünfzehn Romane in drei Reihen, und Maas schreibt keine dünnen Bücher. Die späten Bände liegen jeweils zwischen 700 und 1.000 Seiten, „Herrscherin über Asche und Zorn“ deutlich darüber.
Wer alles liest, hat mehr als 10.000 Seiten vor sich — das ist ein gutes halbes Lesejahr, wenn du sonst wenig anderes liest. Zwei der drei Reihen sind außerdem unfertig, ACOTAR wartet seit „Silbernes Feuer“ auf die Fortsetzung.
Deshalb der praktische Rat: Fang mit einer Reihe an und lies sie zu Ende, bevor du die nächste beginnst. Das klingt banal, ist aber die häufigste Ursache dafür, dass jemand nach zweieinhalb Reihen aufhört und nicht mehr weiß, in welchem Buch er stehengeblieben ist.
Wie explizit ist welche Reihe?
Diese Frage wird ständig gestellt und in Reihenfolge-Listen fast nie beantwortet — dabei entscheidet sie darüber, ob man das Buch der eigenen vierzehnjährigen Tochter in die Hand drückt.
Throne of Glass beginnt als Jugendbuch und wird erwachsen. Band 1 und 2 sind harmlos, ab Band 4 gibt es ausgeschriebene Szenen, aber sie bleiben Beiwerk. Das Reich der sieben Höfe macht den Sprung zwischen Band 1 und Band 2, und zwar deutlich: Ab dort sind die Szenen ausführlich und Teil der Handlung. Crescent City ist von der ersten Seite an eine Reihe für Erwachsene, sprachlich wie inhaltlich.
Praktisch heißt das: „Dornen und Rosen“ sieht auf dem Cover aus wie ein Jugendbuch und ist der Einstieg in eine Reihe, die keines ist. Das ist kein Einwand gegen die Bücher — nur gegen die Art, wie sie im Handel präsentiert werden.
Was ich von den drei Reihen halte
Die ehrlichste Antwort auf die Reihenfolgefrage lautet: Es ist fast egal, und die Diskussion darüber ist größer als das Problem. Wer sich nicht entscheiden kann, verliert im schlimmsten Fall eine Überraschung in einem Band, den er vielleicht nie liest.
Interessanter finde ich, was die drei Reihen über ihre Autorin verraten. Maas schreibt seit „Throne of Glass“ dieselbe Figur in Varianten: jemand, der zu viel kann, zu wenig glaubt und eine Gruppe braucht, um wieder handlungsfähig zu werden. Was sich ändert, ist die Umgebung — Turnier, Feenhof, Großstadt. Das ist keine Kritik; die wenigsten Autoren finden überhaupt ein Thema. Aber es erklärt, warum viele Leserinnen nach der zweiten Reihe genug haben und warum die dritte diejenigen begeistert, die eine andere Kulisse brauchten.
Meine Reihenfolge, wenn ich neu anfangen müsste: „Throne of Glass“ zuerst, weil es abgeschlossen ist und man sieht, wie eine Autorin über sieben Bände besser wird. Dann ACOTAR, dessen zweiter Band das beste einzelne Buch von Maas ist. „Crescent City“ zuletzt — nicht wegen der Spoiler, sondern weil es die Reihe ist, die am meisten voraussetzt, dass man ihre Autorin schon mag.
Häufige Fragen
Muss ich alle drei Reihen lesen?
Nein. Jede Reihe ist in sich abgeschlossen erzählt, „Throne of Glass“ sogar komplett zu Ende. Die Verbindungen sind Zugaben für Wiederleser, keine Voraussetzung.
In welcher Reihenfolge liest man Sarah J. Maas insgesamt?
„Throne of Glass“ (mit „Celaenas Geschichte“ nach Band 1), dann „Das Reich der sieben Höfe“, dann „Crescent City“. Die ersten beiden lassen sich beliebig tauschen.
Wie viele Bücher hat Sarah J. Maas geschrieben?
Fünfzehn Romane in drei Reihen, dazu die fünf Novellen der Vorgeschichte zu „Throne of Glass“ und einige Begleitbücher, die es nur auf Englisch gibt. Zwei ACOTAR-Bände und mindestens ein weiterer „Crescent City“-Band sind angekündigt.
Was heißt ACOTAR?
Das Kürzel steht für den englischen Originaltitel „A Court of Thorns and Roses“ und wird auch für die deutsche Ausgabe benutzt. Die Folgebände heißen im Netz ACOMAF, ACOWAR, ACOFAS und ACOSF — wer in Buchgruppen mitliest, braucht diese Abkürzungen.
Sind die deutschen Ausgaben vollständig?
Bei „Throne of Glass“ und „Crescent City“ ja. Bei „Das Reich der sieben Höfe“ sind alle bisher erschienenen Bände übersetzt; die angekündigten Bände 6 und 7 liegen auf Englisch ebenfalls noch nicht vor. Die Begleitbücher — ein Malbuch und ein Weltenband zu „Throne of Glass“ — sind nicht übersetzt.
Muss ich „Der verwundete Krieger“ lesen?
Ja, wenn du Band 7 verstehen willst. Der Band führt Figuren und ein ganzes Land ein, die im Finale eine tragende Rolle spielen. Er fühlt sich beim Lesen wie ein Umweg an und ist keiner.
Gibt es Verfilmungen?
Nein. Zu „Das Reich der sieben Höfe“ ist seit Jahren eine Serienadaption im Gespräch, ohne belastbaren Termin. Wer darauf wartet, wartet derzeit auf nichts Konkretes.
Womit weiterlesen, wenn alles durch ist?
Der naheliegendste Anschluss ist „Fourth Wing“ von Rebecca Yarros — dieselbe Kurve, schnellerer Ton. Wer stattdessen etwas Abgeschlossenes mit besserer Sprache sucht, ist bei Naomi Novik und Leigh Bardugo richtig; beide stehen mit Begründung in der Liste zu ähnlichen Büchern wie ACOTAR.
Weiterlesen
Weitere Autoren mit vielen Bänden und wenig Übersicht stehen in den Reihenfolge-Beiträgen zu Ken Follett und zur Waringham-Saga von Rebecca Gablé. Wenn du klassische Fantasy suchst, hilft die Liste zu Büchern ähnlich wie „Der Herr der Ringe“.
Und wenn du nach dem letzten Band nicht weißt, wohin: Unsere KI-gestützte Buchsuche nimmt jeden Titel entgegen und schlägt dir drei Anschlussbücher samt Begründung vor.
Ebenfalls im Reihenfolge-Cluster: Sonderdezernat Q · Charlotte Link · Sebastian Fitzek · Harry Potter · Eragon.
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