Never (Ken Follett)

ist ein politischer Thriller, der zeigt, wie eine Kette scheinbar kleiner Ereignisse zu einem globalen Atomkrieg eskalieren könnte.

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Die Grundidee

Ken Follett stellte sich bei diesem Roman eine zentrale Frage: Könnte sich eine Situation wie vor dem Ersten Weltkrieg wiederholen, in der eine Kette von scheinbar unbedeutenden Ereignissen zu einem globalen Krieg führt? Das Ergebnis ist ein beängstigend realistischer Thriller über die Mechanismen, die zur nuklearen Eskalation führen könnten.

Solltest du das schon gelesen haben und dir unterschiedliche Eigenschaften gefallen haben, schau doch Mal ein paar weitre Werke von ihm an:

MerkmalNeverAndere Follett-Werke
Mehrere HandlungssträngeUSA, China, AfrikaTypisch für alle großen Romane
Starke weibliche FigurenPauline Green, Tamara LevitAliena (Säulen der Erde), Felicity (Die Leopardin)
Politische MachtspieleZentralDurchgängiges Thema
Akribische RechercheGeopolitik, GeheimdiensteGeschichte, Architektur, Spionage
Tempo und SpannungSteigert sich zur zweiten HälfteCharakteristisch

Siehe auch: https://kabuchtel.de/ken-follett-reihenfolge-der-buecher/

Die drei Handlungsstränge

1. Washington D.C. – Präsidentin Pauline Green Die US-Präsidentin Pauline Green ist eine moderate Republikanerin, die versucht, die globale Lage im Gleichgewicht zu halten. Sie steht unter enormem Druck von Hardlinern im eigenen Land und muss gleichzeitig diplomatische Krisen mit China und Nordkorea bewältigen. Ihr Privatleben – eine kriselnde Ehe und die Beziehung zu ihrer Tochter – wird ebenfalls beleuchtet.

2. Nordafrika/Sahara – Tamara Levit und Abdul Die CIA-Agentin Tamara Levit ist im Tschad stationiert und hat den Auftrag, einen gefährlichen Terroristen aufzuspüren. Sie arbeitet mit Abdul John Haddad zusammen, einem im Libanon geborenen CIA-Agenten, der undercover in Schleuserbanden und Drogenhandelsnetzwerke eingeschleust wird. Ihre Mission führt sie tief in die Welt des Waffenhandels, Menschenschmuggels und islamistischen Terrorismus.

3. China – Chang Kai Der hohe Regierungsbeamte Chang Kai ist Vize-Minister für internationale Geheimdienste. Er kämpft innerhalb der chinesischen Führung gegen kommunistische Hardliner, die eine aggressive Außenpolitik befürworten. Seine Bemühungen, eine Eskalation zu verhindern, werden durch interne Machtkämpfe erschwert.

Der Weg zur Eskalation

Die drei Handlungsstränge sind eng miteinander verwoben. Was in der Sahara als lokaler Konflikt beginnt, zieht internationale Kreise. Missverständnisse, Fehlinformationen, politische Inkompetenz und der Machthunger einzelner Akteure treiben die Situation immer weiter voran.

Follett schildert meisterhaft, wie viele Rädchen im Hintergrund der internationalen Politik ineinandergreifen müssen, damit es nicht zum atomaren Showdown kommt – und wie schnell alles außer Kontrolle geraten kann.

Mein Fazit zu „Never“ von Ken Follett

Wenn du den Schreibstil von Ken Follett magst – und dazu noch Dan Brown und Andreas Eschbach schätzt – dann ist „Never“ definitiv eine Empfehlung wert. Follett verbindet hier das, was er am besten kann: mehrere Handlungsstränge, die sich wie Puzzleteile zusammenfügen, mit einem Tempo, das an Dan Browns Pageturner erinnert. Gleichzeitig hat das Buch diese „Was wäre wenn?“-Qualität, die man von Eschbachs Thrillern wie „Blackout“ oder „NSA“ kennt.

Was mir besonders gefallen hat

Die Eskalationsmechanik: Follett zeigt brillant, wie aus kleinen Funken ein Flächenbrand wird. Ein Scharmützel in der Sahara, eine falsch interpretierte Truppenbewegung, ein Hardliner, der seinen Moment wittert – und plötzlich steht die Welt am Abgrund. Das ist erschreckend plausibel.

Tamara und Abdul: Die Szenen in der Sahara sind für mich die stärksten des Buchs. Tamara als toughe CIA-Agentin, die in der Hitze des Tschad Dschihadisten jagt, während Abdul undercover in Schleuserbanden eingeschleust wird – das hat echte Thriller-Qualität. Ihre wachsende Beziehung inmitten des Chaos ist überzeugend geschrieben.

Pauline Green: Endlich eine US-Präsidentin, die nicht als Karikatur daherkommt. Ihre Zerrissenheit zwischen Familie, politischem Druck und der Last der Entscheidung über Leben und Tod Millionen Menschen ist greifbar.

Kleine Schwächen

Die erste Hälfte braucht Anlauf. Follett muss viele Figuren und Schauplätze etablieren – das erfordert Geduld. Aber ab der Mitte nimmt das Buch Fahrt auf und lässt nicht mehr los. Ich habe die erste Hälfte beim Pendeln als Hörbuch gehört. Hat ganz gut funktioniert 🙂

Mein Urteil

Wenn du nach „Origin“ oder „Inferno“ etwas Ähnliches suchst, aber mit mehr geopolitischer Tiefe – greif zu. Und wenn dich Eschbachs Gedankenspiele über gesellschaftliche Kipppunkte faszinieren, wirst du hier fündig. „Never“ ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges.