Ähnliche Bücher wie „Fifty Shades of Grey“ – 6 Empfehlungen

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Das Wichtigste in Kürze

  • „Fifty Shades of Grey“ verbindet drei Dinge: explizite Erotik, ein starkes Machtgefälle zwischen den Figuren und ein Erzähltempo, das die Bände in wenigen Abenden verschwinden lässt.
  • Wer direkt dasselbe noch einmal will, liest „Versuchung“ von Sylvia Day.
  • Wer die New-Adult-Variante sucht, liest „After passion“ von Anna Todd oder „Save Me“ von Mona Kasten.
  • Wer die literarische Vorgeschichte kennenlernen will, liest „Die Geschichte der O“ von Pauline Réage.
  • Wer Erotik mit Fantasy verbinden will, liest „Fourth Wing“ von Rebecca Yarros.
  • Wer die emotionale Wucht ohne Millionär sucht, liest „Nur noch ein einziges Mal“ von Colleen Hoover.

Was „Fifty Shades of Grey“ zusammenhält

„Fifty Shades of Grey“ erschien 2011 im Original und 2012 auf Deutsch. Die Studentin Anastasia Steele interviewt den Unternehmer Christian Grey für die Universitätszeitung und beginnt eine Beziehung mit ihm, für die er einen Vertrag vorlegt. Die Trilogie umfasst „Geheimes Verlangen“, „Gefährliche Liebe“ und „Befreite Lust“ und hat sich weltweit über hundertfünfzig Millionen Mal verkauft.

Der Text entstand als Fanfiktion zu „Twilight“ und hieß zunächst „Master of the Universe“. Wer das weiß, erkennt die Bauteile wieder: die unsichere junge Frau, der überlegene Mann mit Geheimnis, die dauerhafte Warnung vor ihm selbst.

Wer nach etwas Ähnlichem sucht, meint eines von drei Dingen.

Die Erotik. Der Roman ist in diesem Punkt deutlich und war für viele Leserinnen das erste Buch dieser Art. Wer das sucht, braucht Titel, die es genauso halten.

Das Machtgefälle. Geld, Erfahrung und Kontrolle liegen bei ihm, und die Handlung besteht darin, dass sie das verschiebt. Dieses Muster gibt es in vielen Spielarten, mit und ohne Erotik.

Das Tempo. Kurze Kapitel, einfache Sprache, ständige Kapitelenden mit offener Frage. Manche Leserinnen suchen genau das und sonst nichts.

Sechs Bücher, sortiert nach dem, was du suchst

1. „Versuchung“ von Sylvia Day

Eva Tramell zieht nach New York und begegnet in der Lobby ihres Bürogebäudes dem Milliardär Gideon Cross. Beide bringen eine Vorgeschichte mit, über die sie nicht sprechen, und beide erkennen im anderen etwas wieder.

Warum ähnlich: Von allen sechs Titeln der direkteste Ersatz. Dieselbe Ausgangslage aus junger Frau und übermächtigem Geschäftsmann, dieselbe Deutlichkeit in den Szenen und dieselbe Reihenanlage über mehrere Bände. Die Crossfire-Reihe erschien zeitgleich und bediente dieselbe Leserschaft.

Was anders ist: Day schreibt handwerklich sicherer als E. L. James, und beide Figuren haben eine ausgearbeitete Vorgeschichte. Der Vertrag als Motiv fehlt, dafür rückt die Traumabewältigung beider Seiten in den Mittelpunkt.

Für wen: Für Leserinnen, die schlicht Nachschub suchen. Fünf Bände, abgeschlossen und vollständig auf Deutsch erschienen.

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2. „After passion“ von Anna Todd

Tessa Young beginnt ihr erstes Studienjahr mit festem Freund und festem Plan. Dann trifft sie Hardin Scott, der alles verkörpert, wovor ihre Mutter sie gewarnt hat. Die Beziehung wird über mehrere Bände hinweg aufgebaut, zerstört und wieder aufgebaut.

Warum ähnlich: Dieselbe Herkunft und dasselbe Muster. „After“ entstand als Fanfiktion über ein Mitglied einer Boyband, so wie „Fifty Shades“ als Fanfiktion zu „Twilight“ entstand. Auch hier gibt es das Machtgefälle, die Warnungen und die Zerreißprobe über mehrere Bände.

Was anders ist: Die Figuren sind jünger, die Handlung spielt im Studentenmilieu, und die Erotik ist weniger explizit. Der Konflikt kommt aus Eifersucht und Lügen statt aus einem Vertrag.

Für wen: Für Leserinnen ab etwa sechzehn, die den Sog wollen und den Millionärsrahmen nicht brauchen. Fünf Bände plus Begleitbände.

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3. „Save Me“ von Mona Kasten

Ruby Bell will von ihrem englischen Elite-Internat nichts als das Abschlusszeugnis und ein Empfehlungsschreiben für Oxford. Dann sieht sie etwas, das sie nicht sehen sollte, und James Beaufort, Erbe eines Modeimperiums, setzt alles daran, sie zum Schweigen zu bringen.

Warum ähnlich: Dasselbe Machtgefälle in der deutschen Fassung. Reichtum auf der einen Seite, Zielstrebigkeit ohne Geld auf der anderen, und ein Konflikt, der sich in Anziehung verwandelt. Kasten schreibt in kurzen Kapiteln mit wechselnder Perspektive und hält das Tempo hoch.

Was anders ist: Die Erotik ist deutlich zurückhaltender, und die Figuren sind Schüler. Der Ton ist wärmer, und es gibt keine Szene, die zur Diskussion Anlass gäbe.

Für wen: Für Leserinnen ab etwa fünfzehn und für alle, die den Sog ohne die expliziten Teile wollen. Drei Bände, verfilmt als Serie bei Prime Video.

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4. „Die Geschichte der O“ von Pauline Réage

Eine Pariser Fotografin wird von ihrem Geliebten auf ein Schloss gebracht, wo sie sich einer Reihe von Regeln unterwirft. Der Roman erschien 1954 in Frankreich unter einem Pseudonym; erst 1994 gab die Lektorin Anne Desclos zu, ihn geschrieben zu haben.

Warum ähnlich: Das ist der Text, auf den die ganze Gattung zurückgeht. Alle Motive, die „Fifty Shades“ verwendet, stehen hier zuerst: die Übergabe von Kontrolle, das Regelwerk, der abgeschlossene Ort. Wer wissen will, woher der Stoff stammt, findet ihn hier.

Was anders ist: Réage schreibt literarisch und ohne jede Rücksicht auf den Leser. Es gibt keine Liebesgeschichte im heutigen Sinn, keine Aussicht auf ein gutes Ende und keine Erklärung. Das Buch war bei Erscheinen ein Skandal und ist bis heute unbequem.

Für wen: Für erwachsene Leserinnen und Leser mit literarischem Interesse. Wer eine Romanze sucht, sollte es nicht nehmen; wer die Gattung verstehen will, kommt daran nicht vorbei.

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5. „Fourth Wing“ von Rebecca Yarros

Violet Sorrengail sollte Schreiberin werden und wird von ihrer Mutter, der Generalin, in die Drachenreiterausbildung gezwungen. Wer den Übergang über die Klippe nicht schafft, stirbt. Wer keinen Drachen findet, stirbt ebenfalls.

Warum ähnlich: Dieselbe Deutlichkeit in den Szenen, verbunden mit einer Handlung, die auch ohne sie funktioniert. Yarros arbeitet mit demselben Machtgefälle zwischen den Hauptfiguren und derselben Cliffhanger-Disziplin, und die Reihe hat dieselbe Sorte Leserinnen erreicht.

Was anders ist: Es kommt eine ganze Fantasywelt dazu, mit Drachen, Krieg und Militärakademie. Die Beziehung ist ein Strang unter mehreren, und die Heldin ist von Anfang an handlungsfähig.

Für wen: Für Leserinnen, die den erotischen Anteil behalten und dazu eine Handlung wollen. Ausführlich steht das auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie „Fourth Wing“.

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6. „Nur noch ein einziges Mal“ von Colleen Hoover

Lily Bloom eröffnet in Boston einen Blumenladen und beginnt eine Beziehung mit dem Neurochirurgen Ryle Kincaid. Zwischen die Gegenwart schieben sich Tagebucheinträge aus ihrer Jugend über den ersten Freund und über das, was sie zu Hause erlebt hat.

Warum ähnlich: Dieselbe Leserschaft und dasselbe Tempo, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Auch hier gibt es einen Mann mit Kontrollbedürfnis und eine Frau, die sich hineinzieht, aber Hoover behandelt das als Problem statt als Reiz.

Was anders ist: Der Roman handelt von häuslicher Gewalt und will genau das benennen, was bei E. L. James romantisiert wird. Es gibt keinen Millionärsrahmen und kein gutes Ende im üblichen Sinn.

Für wen: Für Leserinnen, die die emotionale Wucht suchen und eine klare Haltung schätzen. Mehr davon steht auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie die von Colleen Hoover.

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Wenn du bei E. L. James bleiben willst

Die Haupttrilogie besteht aus „Geheimes Verlangen“, „Gefährliche Liebe“ und „Befreite Lust“. Danach hat James dieselbe Geschichte noch einmal aus Christians Sicht erzählt, beginnend mit „Grey“. Diese Bände bringen keine neue Handlung und lohnen nur, wenn einen die Figur interessiert.

Später folgte die Reihe um „The Mister“ und „The Missus“ mit neuem Personal. Sie hat den Erfolg der Trilogie nicht erreicht.

Was ich von „Fifty Shades of Grey“ halte

Der kommerzielle Erfolg ist leicht zu erklären, und die literarische Kritik hat sich zu lange am Falschen abgearbeitet. Dass die Sprache schwach ist, stimmt und war den Leserinnen bekannt. Was funktioniert, ist die Taktung: Jedes Kapitel endet an einer Stelle, an der man wissen will, wie es weitergeht, und das über drei Bände hinweg.

Der ernstzunehmende Einwand betrifft die Darstellung der Beziehung. Christian überwacht Anastasias Aufenthaltsort, kontrolliert ihre Kontakte und trifft Entscheidungen über ihren Kopf hinweg, und der Roman behandelt das als Ausdruck von Zuneigung. Fachleute aus der Gewaltberatung haben sich früh dazu geäußert, und in Kreisen, die selbst mit solchen Machtgefällen arbeiten, gilt das Buch als schlechtes Beispiel, weil die Zustimmung darin permanent ausgehandelt statt vorausgesetzt wird.

Meine Empfehlung: Wenn dich das Tempo geholt hat, nimm Sylvia Day. Wenn dich die Beziehung beschäftigt hat, nimm Colleen Hoover, weil dort dieselbe Konstellation aus der anderen Richtung erzählt wird.

Drei Titel, die überall empfohlen werden und hier fehlen

„Twilight“. Steht in Listen, weil „Fifty Shades“ als Fanfiktion dazu entstand. Die Bücher richten sich an Jugendliche und kommen ohne explizite Szenen aus. Wer die Herkunft nachlesen will, findet sie auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie „Twilight“.

„Shades of Grey“ von Jasper Fforde. Reine Titelverwechslung. Ffordes Roman ist eine satirische Dystopie über eine Gesellschaft, die nach Farbwahrnehmung sortiert ist.

Die Verfilmungen. Drei Filme erschienen zwischen 2015 und 2018. Sie kürzen die inneren Monologe vollständig, und damit fällt der Teil weg, der das Lesen ausmacht.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge liest man die Reihe?

„Geheimes Verlangen“, „Gefährliche Liebe“, „Befreite Lust“. Die Bände aus Christians Sicht kommen danach und erzählen dieselbe Handlung noch einmal.

Ab welchem Alter ist das Buch geeignet?

Ab achtzehn. Die Szenen sind explizit, und die Beziehungsdarstellung ist für jüngere Leserinnen ohne Einordnung ungeeignet. Wer etwas Vergleichbares für Sechzehnjährige sucht, nimmt „Save Me“.

Welches Buch ist „Fifty Shades of Grey“ am ähnlichsten?

„Versuchung“ von Sylvia Day. Ausgangslage, Deutlichkeit und Reihenanlage stimmen fast genau überein.

Stimmt es, dass das Buch als Twilight-Fanfiktion begann?

Ja. E. L. James veröffentlichte den Text ab 2009 unter dem Titel „Master of the Universe“ auf einer Fanfiktion-Plattform. Für die Buchfassung wurden die Namen und der übernatürliche Rahmen ersetzt.

Gibt es etwas Vergleichbares von deutschsprachigen Autorinnen?

Mona Kasten mit der Maxton-Hall-Reihe und Anna Todd in der Übersetzung sind die verbreitetsten Titel in diesem Umfeld. Beide sind in der Erotik zurückhaltender.

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Weitere Ausgangstitel mit Anschlussempfehlungen stehen in der Übersicht Alle Bücher mit Empfehlungen. Direkt daneben liegen die Seiten zu ähnlichen Büchern wie die von Colleen Hoover und zu ähnlichen Büchern wie „Fourth Wing“.

Dein Ausgangstitel steht hier nicht? Der Buchfinder für ähnliche Bücher nimmt jeden Titel entgegen und schlägt dir bis zu drei Anschlussbücher mit Begründung vor.

Diese Seite verantwortet Jakob Sommer. Welche Bücher ich selbst gelesen habe und wo eine Einschätzung auf Rezensionen und Verlagsangaben beruht, steht unter Die Methode.

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