Ähnliche Bücher wie „Erebos“ – 5 Empfehlungen nach Zutat sortiert

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Das Wichtigste in Kürze

  • Auf „Bücher wie Erebos“ folgt fast immer etwas mit Computerspielen. Das ist die Zutat, wegen der das Buch gekauft wird — nicht die, wegen der es im Unterricht funktioniert.
  • Fünf Zutaten machen den Roman aus, und zwei davon zeigen in verschiedene Richtungen: das Spiel und die Klasse. Wer beides verwechselt, empfiehlt die falschen Bücher.
  • Wer das Spiel, das ins Leben greift, sucht, liest „Nerve“ von Jeanne Ryan oder „Ready Player One“ von Ernest Cline.
  • Wer für den Unterricht sucht, liest „Boot Camp“ von Morton Rhue — dieselben zwei Spalten wie „Erebos“, ganz ohne Technik.
  • Wer die plausible Bedrohung durch Technik sucht, aber erwachsener, liest „Blackout“ von Marc Elsberg.
  • „Erebos“ hat 2010 den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen. Eine Fortsetzung erschien 2019, neun Jahre später.

Warum „ähnliche Bücher wie Erebos“ die falsche Frage ist

Ursula Poznanskis Roman von 2010 hat einen Aufhänger, den man in einem Satz erzählen kann: An einer Londoner Schule geht eine DVD herum, das Spiel darauf gibt Aufträge, und irgendwann sind die Aufträge nicht mehr im Spiel zu erledigen. Genau dieser Satz steht in jedem Klappentext, und deshalb liefern Empfehlungslisten anschließend alles, was mit virtueller Realität zu tun hat.

Das Buch wird aber aus zwei sehr verschiedenen Gründen gelesen. Der eine ist der Nervenkitzel: Was passiert, wenn man den nächsten Auftrag annimmt? Der andere ist Schule — „Erebos“ steht auf Leselisten ab Klasse acht, und was es dort leistet, hat mit Technik wenig zu tun. Es zeigt eine Klasse, die auseinanderfällt: wer mitspielt, redet nicht mehr mit denen, die nicht mitspielen. Das ist dieselbe Beobachtung, die „Die Welle“ dreißig Jahre früher gemacht hat, ohne einen einzigen Bildschirm.

Wer für den Deutschunterricht sucht und ein Buch über Datenbrillen bekommt, hat die falsche Empfehlung. Wir haben den Roman deshalb in fünf Eigenschaften zerlegt und die Empfehlungen an denselben Maßstab gehängt.

Zutatenprofil: neun Jugendthriller und wie stark fünf Zutaten von Erebos in ihnen vorkommen, vom Spiel, das ins Leben greift, bis zum Platz auf Leselisten
Grün ist der Ausgangstitel, gefüllt heißt „trifft zu“, offen „trifft nicht zu“. Die beiden Bücher ohne eine Zeile Technik stehen dem Schulunterricht am nächsten.

Das Ergebnis ist eindeutig: „Die Welle“ und „Boot Camp“ haben keine Zeile Technik und füllen trotzdem dieselben zwei Spalten wie „Erebos“ — Klasse und Leseliste. „Ready Player One“ füllt die Technik-Spalte vollständig und die Schulspalte gar nicht.

Fünf Bücher — und welche Zutat sie liefern

1. „Nerve – Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen“ von Jeanne Ryan

Vee meldet sich bei einem Online-Spiel an, das Mutproben verteilt und dafür Preise auszahlt. Zuschauer stimmen ab, die Aufgaben werden größer, und irgendwann kann man nicht mehr aussteigen.

Warum ähnlich: Von allen Empfehlungen kommt diese dem Ausgangsbuch am nächsten — vier von fünf Zutaten. Das Spiel greift ins Leben, die Schule ist der Resonanzraum, die Technik treibt an. Was fehlt: der Platz auf Leselisten. Der Roman ist deutlich mehr Unterhaltung als Unterrichtsstoff, und er ist kürzer als „Erebos“. Bei Amazon nachsehen.

2. „Ready Player One“ von Ernest Cline

2045 verbringt fast die ganze Menschheit ihre Zeit in einer virtuellen Welt. Deren Erfinder hat vor seinem Tod ein Rätsel darin versteckt, und wer es löst, erbt alles. Wade Watts löst den ersten Teil.

Warum ähnlich: Das ist die Empfehlung für die Spiel-Spalte in Reinform. Das Buch tut, was viele von „Erebos“ erwarten und dort nur zur Hälfte bekommen: Es spielt überwiegend im Spiel. Was fehlt vollständig: die Klasse. Es gibt keine Mitschüler, deren Verhalten sich verändert. Wer den Roman für die Schule sucht, liegt hier falsch; wer ihn für den Nachmittag sucht, richtig. Bei Amazon nachsehen.

3. „Boot Camp“ von Morton Rhue

Garrett wird nachts aus dem Bett geholt und in ein Umerziehungslager gebracht, das seine Eltern bezahlt haben. Dort gilt ein System aus Rängen, Denunziation und Belohnung, und wer sich fügt, kommt schneller frei.

Warum ähnlich: Keine Technik, kein Spiel — und trotzdem dieselbe Frage wie bei „Erebos“: Was macht ein System mit einer Gruppe junger Leute, die darin um ihren Platz kämpfen? Rhue füllt die Schulspalte und die Leselisten-Spalte vollständig. Das ist die Empfehlung für Deutschlehrkräfte, die nach „Erebos“ etwas Anschlussfähiges brauchen. Mehr Titel dieser Art stehen unter Schullektüre in der Oberstufe. Bei Amazon nachsehen.

4. „Blackout“ von Marc Elsberg

In ganz Europa fällt der Strom aus, und es dauert Tage, bis jemand versteht, dass es kein Unfall war. Der Roman von 2012 erklärt dabei so genau, wie ein Stromnetz funktioniert, dass man danach anders auf eine Steckdose sieht.

Warum ähnlich: Für Leser, die an „Erebos“ die technische Plausibilität mochten — das Gefühl, dass hier jemand weiß, wovon er schreibt, und es einem erklärt, ohne es zu verwässern. Der Roman ist für ein erwachsenes Publikum geschrieben, aber ab etwa fünfzehn gut lesbar und wird gelegentlich in der Oberstufe eingesetzt. Was fehlt: Schule und Spiel. Bei Amazon nachsehen.

5. „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins

Ein Spiel, das Menschen zu Teilnehmern macht, ein Publikum, das zusieht, und Regeln, die man nicht verhandeln kann. Der Auftakt von 2008.

Warum ähnlich: Die Spiel-Spalte ist vollständig gefüllt, und zwar in der Bedeutung, die für „Erebos“ zählt — ein Spiel, dessen Aufträge draußen wirken. Was fehlt: die Klasse. Die Empfehlung ist die naheliegendste dieser Liste und deshalb hier bewusst als letzte aufgeführt: Wer nach „Erebos“ etwas sucht, kennt Collins meistens schon. Unsere Einordnung steht auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie „Tribute von Panem“. Bei Amazon nachsehen.

Was ich von „Erebos“ halte

An dieser Stelle steht auf unseren Buchseiten sonst ein persönliches Urteil. Für diesen Roman steht es noch aus — wir tragen es nach, sobald er in der Redaktion gelesen ist, und schreiben bis dahin lieber nichts, als etwas zu behaupten.

Erebos, die Fortsetzung und die anderen Bücher der Autorin

„Erebos“ erschien 2010 und bekam im selben Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis. Poznanski hat lange keine Fortsetzung geschrieben, weil die Geschichte für sie abgeschlossen war; erst 2019 kam „Erebos 2“, das die Frage stellt, wie das Spiel in einer Gegenwart mit Smartphones aussehen würde. Die Reihe ist inzwischen auf einen dritten Band angewachsen.

Daneben lohnt der Blick auf ihre Einzeltitel: „Saeculum“ spielt bei einem Mittelalter-Rollenspiel im Wald, „Layers“ und „Aquila“ arbeiten mit Gedächtnislücken. Wer „Erebos“ wegen des Tempos mochte und nicht wegen der Technik, findet dort mehr davon als in jedem Spieleroman.

Drei Titel, die überall empfohlen werden — und warum sie hier fehlen

„Ready Player Two“ und Fortsetzungen von Spieleromanen. Sie werden empfohlen, weil der erste Band gefallen hat. Für „Erebos“-Leser sind sie der zweite Schritt in die falsche Richtung: noch mehr Spielwelt, noch weniger Klasse. Wer nach dem ersten Cline nicht zufrieden war, wird beim zweiten weniger zufrieden sein.

Romane über soziale Netzwerke für Jugendliche. Sie treffen die Technik-Spalte und die Schul-Spalte, verfehlen aber das, was „Erebos“ trägt: Bei Poznanski ist die Technik kein Thema, über das gesprochen wird, sondern ein Motor, der die Handlung antreibt. Ein Buch, in dem Figuren über die Gefahren des Internets diskutieren, macht das Gegenteil — es erklärt statt zu zeigen, und Jugendliche merken das sofort.

Die anderen Poznanski-Titel als erste Empfehlung. „Saeculum“, „Layers“ und „Aquila“ sind gute Bücher, und wer „Erebos“ wegen des Tempos mochte, sollte sie lesen. Als Unterrichtslektüre nach „Erebos“ funktionieren sie schlechter: Die Klasse als Schauplatz fällt weg, und damit der Anschluss an die Frage, die im Unterricht gestellt wird. Dafür sind „Die Welle“ und „Boot Camp“ die besseren Antworten.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter passt „Erebos“?

Der Verlag setzt vierzehn an, im Unterricht wird es ab Klasse acht eingesetzt. „Nerve“ liegt auf derselben Höhe, „Boot Camp“ und „Die Welle“ etwas darunter, „Blackout“ deutlich darüber.

Muss man „Erebos 2“ lesen?

Nein. Band 1 ist abgeschlossen, und die Fortsetzung erzählt eine eigene Geschichte in derselben Welt. Wer Band 1 im Unterricht behandelt, braucht Band 2 nicht.

Welches Buch eignet sich als Klassenlektüre nach „Erebos“?

„Boot Camp“ oder „Die Welle“, beide von Morton Rhue. Beide füllen in der Tabelle dieselben zwei Spalten und lassen sich unmittelbar auf dieselbe Frage hin lesen: Was macht eine Gruppe mit dem Einzelnen?

Gibt es eine Verfilmung von „Erebos“?

Nein. Zu „Nerve“ und „Ready Player One“ gibt es Filme; beide weichen von der Vorlage deutlich ab und sind kein Ersatz für die Lektüre.

Welches Buch eignet sich für Jugendliche, die kaum lesen?

„Nerve“ — es ist das kürzeste der Liste und arbeitet mit kurzen Kapiteln und hohem Tempo. Weitere Titel für diese Gruppe stehen unter Comic-Romane für Wenigleser.

Gibt es Begleitmaterial für den Unterricht?

Zu „Erebos“, „Die Welle“ und „Boot Camp“ gibt es Lehrerhandreichungen und Arbeitshefte der jeweiligen Verlage. Für „Nerve“ und „Ready Player One“ gibt es nichts Vergleichbares — auch das ist ein Grund, warum die beiden hier als Freizeitlektüre und nicht als Klassenlektüre stehen.

Warum funktioniert „Erebos“ im Unterricht so zuverlässig?

Weil es eine Frage stellt, die sich im Klassenzimmer sofort überprüfen lässt: Was passiert mit einer Gruppe, wenn ein Teil von ihr etwas teilt, von dem der Rest ausgeschlossen ist? Der Roman braucht dafür keine Vorkenntnisse über Spiele — die Mechanik wird im Buch erklärt. Und er hat einen Vorteil, den ältere Klassenlektüren nicht haben: Die Schülerinnen und Schüler kennen die Situation, in der ein Handy wichtiger wird als das Gespräch am Tisch, aus eigener Anschauung. Das ist derselbe Grund, aus dem „Die Welle“ seit vierzig Jahren funktioniert.

Ist das Buch für Kinder unter vierzehn geeignet?

Eingeschränkt. Es gibt Gewalt im Spiel und eine Szene außerhalb, die verstörend wirken kann. Für jüngere Leser, die etwas Spannendes suchen, ist „Woodwalkers“ die bessere Wahl.

Weiterlesen

Weitere Ausgangstitel mit passenden Anschlussbüchern findest du in der Übersicht Werke und ähnliche Bücher. Für Schulzwecke lohnt Schullektüre in der Oberstufe, für jüngere Leser Dystopien für Jugendliche. Wenn es weniger Text sein darf, hilft Comic-Romane für Wenigleser. Wer den Wettbewerb ohne Technik sucht, findet ihn auf der Seite zu „Selection“.

Du hast einen dieser Titel schon gelesen und brauchst den nächsten? Unsere KI-gestützte Buchsuche nimmt jeden beliebigen Titel entgegen und schlägt dir drei Anschlussbücher mit Begründung vor — auch für Bücher, die in keiner Liste auf dieser Seite stehen.

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