Ähnliche Bücher wie „Twilight“ – 5 Empfehlungen nach Zutat sortiert

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Das Wichtigste in Kürze

  • „Bücher wie Twilight“ wird fast immer mit Vampirbüchern beantwortet. Das ist die Zutat, die am wenigsten darüber sagt, ob dir ein Buch gefallen wird.
  • Fünf Zutaten stecken in Band 1, und kein einziges anderes Buch liefert alle fünf. Deshalb führt die Frage „was ist ähnlich?“ ins Leere, solange nicht klar ist, welche davon gemeint war.
  • Wer die langsame Annäherung in der Kleinstadt sucht, liest „Der Sommer, als ich schön wurde“ von Jenny Han, ganz ohne Übernatürliches.
  • Wer die übernatürliche Welt mit festen Regeln sucht, liest „Silber“ von Kerstin Gier oder „Woodwalkers“ von Katja Brandis.
  • Wer das Dreieck und die Entscheidung sucht, liest „Selection“ von Kiera Cass oder „Die Tribute von Panem“.
  • Die deutschen Titel der Reihe sind Fallen für die Suche: Band 1 heißt „Biss zum Morgengrauen“, nicht „Twilight“. Wer unter dem Originaltitel sucht, findet im deutschen Handel oft nur die Filmausgaben.

Warum „ähnliche Bücher wie Twilight“ die falsche Frage ist

Zwischen 2005 und 2010 hat der Buchmarkt versucht, dieses Buch nachzubauen. Das Ergebnis waren ein paar hundert Romane, in denen ein unauffälliges Mädchen an eine neue Schule kommt und dort einem übernatürlichen Jungen begegnet. Fast alle sind heute vergriffen. Der Grund dafür ist derselbe Grund, aus dem Empfehlungslisten für „Twilight“ so schlecht funktionieren: Man hat die falsche Zutat kopiert.

Stephenie Meyers erstes Buch macht fünf Dinge gleichzeitig, und die stärkste Wirkung geht von zweien aus, über die selten gesprochen wird. Das eine ist das Tempo: Bis Bella und Edward sich überhaupt berühren, ist ein halbes Buch vergangen, und das Warten ist der eigentliche Motor. Das andere ist ein Machtgefälle, das man mögen oder ablehnen kann, das aber jede Szene grundiert, er ist stärker, älter, schneller, und die Geschichte handelt davon, dass sie beschützt wird.

Wer eine dieser beiden Zutaten sucht, findet sie in Büchern ohne einen einzigen Vampir. Wer umgekehrt nur nach Vampiren sortiert, landet bei Reihen, in denen nach fünfzig Seiten alles entschieden ist. Wir haben die Reihe deshalb in fünf Eigenschaften zerlegt und die Empfehlungen an denselben Maßstab gehängt. Wer eine Empfehlung will, muss zuerst sagen, welche Zeile in dieser Tabelle seiner am ähnlichsten sieht.

Zutatenprofil: neun Bücher und wie stark fünf Zutaten von Twilight in ihnen vorkommen, von übernatürlichen Wesen bis zum Machtgefälle zwischen den Hauptfiguren
Grün ist der Ausgangstitel, gefüllt heißt „trifft zu“, offen „trifft nicht zu“. Die Empfehlung mit den wenigsten übernatürlichen Zutaten trifft die meisten der übrigen vier.

Der Befund steht in der untersten Zeile der Empfehlungen: „Der Sommer, als ich schön wurde“ hat kein einziges übernatürliches Wesen und trifft trotzdem drei der fünf Zutaten. „Tagebuch eines Vampirs“ füllt die Vampir-Spalte vollständig und lässt genau die Spalte leer, wegen der Leserinnen bei Meyer hängengeblieben sind.

Fünf Bücher, und welche Zutat sie liefern

1. „Silber – Das erste Buch der Träume“ von Kerstin Gier

Liv Silber zieht mit ihrer Familie nach London und stellt fest, dass sie sich in fremden Träumen bewegen kann, über eine Tür, die in einem Korridor steht, den es nur im Schlaf gibt. Vier Jungen aus ihrer neuen Schule haben denselben Zugang, und einer von ihnen benutzt ihn für etwas, das nicht harmlos ist.

Gier baut ihre übernatürliche Welt nach klaren Regeln, die sie erklärt und dann einhält, kein Willkürsystem, in dem am Ende plötzlich alles möglich ist. Und sie tut es mit einem Ton, den man bei Meyer nicht findet: Liv kommentiert sich selbst und ihre Lage, auch wenn es gefährlich wird.

Warum ähnlich: Vier Zutaten, darunter die langsame Annäherung und die Schule als geschlossener Ort. Dazu eine Ich-Erzählerin, deren Ton den Sog der Reihe ausmacht.

Was anders ist: Das Machtgefälle fehlt, denn Liv wird von niemandem beschützt und kommt selbst zurecht. Für viele Leserinnen ist genau das der Grund, warum sie die Trilogie lieber mochten.

Für wen: Für Leserinnen ab etwa dreizehn, die die Verliebtheit und die Schulwelt suchen und eine selbstständige Heldin einer beschützten vorziehen.

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2. „Woodwalkers“ von Katja Brandis

Carag ist ein Puma, der auch ein Junge sein kann, und landet auf einem Internat, an dem alle Schüler zwischen zwei Gestalten wechseln. Die Reihe ist für ein jüngeres Publikum geschrieben als „Twilight“, etwa ab elf, und läuft inzwischen über mehrere Staffeln und Ableger.

Warum ähnlich: Wandler statt Vampire, dieselbe geschlossene Schulwelt und dieselbe Frage nach der Zugehörigkeit zu zwei Welten. Wer Jacob Black interessanter fand als Edward, ist hier richtiger als bei jedem Vampirbuch.

Was anders ist: Der romantische Sog fehlt. Die Reihe hat Gefühle, und sie sind nicht der Motor der Handlung. Mehr dazu steht auf der Seite zur Reihe Woodwalkers und im Beitrag Bücher wie Woodwalkers.

Für wen: Für jüngere Leserinnen ab etwa zehn und für alle, die die Schulwelt ohne die Liebesgeschichte wollen. Elf Bände in der Hauptreihe.

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3. „Der Sommer, als ich schön wurde“ von Jenny Han

Belly verbringt jeden Sommer im selben Strandhaus, mit denselben zwei Brüdern, und in dem Sommer, in dem sie sechzehn wird, sehen die beiden sie zum ersten Mal anders an. Kein übernatürliches Wesen weit und breit.

Das Buch ist von 2009, also aus derselben Zeit, und macht drei Dinge, die „Twilight“ auch macht: einen Ort, aus dem niemand wegkommt; ein Dreieck, das über mehrere Bände offen bleibt; und ein Tempo, bei dem der erste Kuss lange auf sich warten lässt.

Warum ähnlich: Drei von fünf Zutaten, und zwar genau die drei, die bei „Twilight“ die Wirkung machen: das Dreieck, das lange Warten und der Sommerort, an dem alles stattfindet.

Was anders ist: Übernatürliches kommt nicht vor. Was bei Meyer die Vampire leisten, leistet hier der Altersunterschied zwischen zwei Brüdern und einem Mädchen, das erwachsen wird.

Für wen: Für Leserinnen, die vor allem die Gefühlslage suchen und auf Fantasy verzichten können. Die Empfehlung, die in keiner Vampirliste steht und für die meisten trotzdem die beste ist.

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4. „Selection“ von Kiera Cass

America Singer wird aus ihrer Kaste heraus in einen Wettbewerb gelost, bei dem fünfunddreißig Mädchen um einen Prinzen konkurrieren. Sie will nicht hin, weil sie jemanden zu Hause zurücklässt, und damit steht das Dreieck.

Warum ähnlich: Das Dreieck bleibt über die ganze Reihe offen, die Annäherung zieht sich, und das Gefälle zwischen den Figuren ist da, nur wird es von Kaste und Krone erzeugt statt von übernatürlicher Kraft.

Was anders ist: Die Kleinstadt fehlt. Der Palast ist eine Bühne und kein Ort, an dem man festsitzt. Damit fällt die klaustrophobische Enge weg, die „Twilight“ prägt.

Für wen: Für Leserinnen, die das Dreieck und das Warten wollen und sich an einem Wettbewerbsformat freuen. Fünf Bände plus Folgebände.

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5. „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins

Diese Empfehlung steht mit Einschränkung hier. Sie trifft in der Tabelle nur zwei Zutaten vollständig, und keine davon ist die übernatürliche. Was sie liefert, ist das Dreieck über drei Bände, Katniss, Peeta, Gale, und eine Hauptfigur, die zwischen zwei Männern steht, ohne dass die Geschichte das auflöst, bevor sie es muss.

Warum ähnlich: Das Hin und Her zwischen zwei Männern über drei Bände, eine Heldin, die sich entscheiden soll, und eine Ich-Erzählung, die nah an ihr bleibt.

Was anders ist: Tempo und Ernst sind andere. Wer die ruhige Kleinstadt und das lange Warten suchte, wird von Collins überfahren. Mehr dazu steht auf der Seite zu ähnlichen Büchern wie „Tribute von Panem“ und im Beitrag Dystopien für Jugendliche.

Für wen: Für Leserinnen, die an „Twilight“ vor allem das Hin und Her mochten und den Rest verzichtbar fanden.

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Was ich von „Twilight“ halte

An dieser Stelle steht auf unseren Seiten sonst ein persönliches Urteil. Für diese Reihe steht es noch aus, wir tragen es nach, sobald sie in der Redaktion gelesen ist, und schreiben bis dahin lieber nichts, als etwas zu behaupten.

Die deutschen Titel der Reihe

Ein praktischer Hinweis, der in Empfehlungslisten fast immer fehlt: Die vier Bände heißen auf Deutsch „Biss zum Morgengrauen“, „Biss zur Mittagsstunde“, „Biss zum Abendrot“ und „Biss zum Ende der Nacht“. Wer im Handel „Twilight“ eingibt, bekommt überwiegend die Filmausgaben und englische Importe. Dazu kommen zwei Sonderbände: „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ erzählt eine Nebenfigur, „Life and Death“ dreht die Geschlechter um. Beide sind keine Fortsetzungen und für die Reihenfolge unerheblich.

Drei Titel, die überall empfohlen werden, und warum sie hier fehlen

„House of Night“ und die Vampirwelle nach 2008. Zwischen 2008 und 2012 sind Dutzende Reihen erschienen, die die Ausgangslage übernommen haben: neues Mädchen, übernatürliche Schule, gefährlicher Junge. Fast alle sind heute vergriffen, und der Grund steht in der vierten Spalte der Tabelle. Sie haben das Tempo nicht kopiert, sondern beschleunigt, wo Meyer ein halbes Buch braucht, sind dort nach fünfzig Seiten alle Fragen beantwortet.

„Vampire Academy“ von Richelle Mead. Sie steht in jeder Liste an zweiter Stelle. Die Reihe ist gut gebaut und trifft die erste und dritte Spalte vollständig: Internat, übernatürliche Wesen. Was sie nicht hat, ist die langsame Annäherung: Der Ton ist schneller, körperlicher und deutlich mehr auf Kampf ausgerichtet. Für Leserinnen, die an Meyer das Warten mochten, ist das der falsche Rhythmus.

Bücher, die nur über die Verfilmung empfohlen werden. „Twilight“ ist einer der Titel, bei denen der Film die Wahrnehmung überschrieben hat. Empfehlungen, die auf „ähnliche Stimmung wie die Filme“ zielen, führen fast immer zu Büchern mit derselben Bildsprache und einem völlig anderen Erzähltempo. Wer die Bücher mochte, sollte nach Büchern sortieren; wer die Filme mochte, findet in unserer Tabelle die dritte und fünfte Spalte am nächsten dran.

Häufige Fragen

Muss ich „Twilight“ gelesen haben, um mit den Empfehlungen etwas anzufangen?

Nein. Die Tabelle funktioniert auch andersherum: Wenn du eines der neun Bücher kennst, siehst du an seiner Zeile, welche Nachbarzeile am ehesten passt.

Gibt es etwas Ähnliches für Leser ab elf oder zwölf?

„Woodwalkers“ ist die Antwort, dieselbe Welt aus zwei Gestalten, dieselbe Internatsstruktur, ohne die romantische Zuspitzung. Weitere Titel für diese Altersgruppe stehen in unserer Übersicht der besten Kinderbücher für jede Altersstufe.

Warum steht „Fifty Shades of Grey“ nicht in der Tabelle?

Das Buch ist als Twilight-Fanfiction entstanden, und viele Listen führen es deshalb an. Wir behandeln auf kabuchtel.de keine Bücher mehr, bei denen explizite Szenen das prägende Merkmal sind. Für die Einordnung reicht der Hinweis: Von den fünf Zutaten dieser Tabelle hätte es genau eine gefüllt.

Lohnen sich die Filme, wenn man die Bücher mochte?

Sie kürzen vor allem das Warten, also das, was in der Tabelle die vierte Spalte ist. Wer die Reihe wegen des langsamen Aufbaus mochte, bekommt im Film die gestraffte Fassung davon.

Welche Empfehlung passt, wenn ich nur die Vampire will?

Dann liegst du bei „Tagebuch eines Vampirs“ richtig, das oben in der Tabelle steht. Wir führen es bewusst nicht bei den Empfehlungen, weil es die vierte Spalte leer lässt, aber wenn dir gerade das egal ist, ist es die vollständigste Vampirreihe der Tabelle.

Gibt es etwas Neueres in dieser Richtung?

Der Markt hat sich seit 2010 verschoben: Aus der Jugendfantasy mit übernatürlicher Liebesgeschichte ist überwiegend Romantasy für Erwachsene geworden. Was mit dem Begriff gemeint ist und wo die Altersgrenze verläuft, steht im Beitrag Romantasy.

Weiterlesen

Weitere Reihen mit passenden Anschlussbüchern findest du in der Übersicht Reihen und ähnliche Bücher. Thematisch am nächsten liegen die Seite zur Woodwalkers-Reihe und der Beitrag Romantasy, was damit eigentlich gemeint ist. Wer wissen will, in welcher Reihenfolge man mehrbändige Reihen liest, findet das unter Buchreihen in der richtigen Reihenfolge lesen.

Du hast einen dieser Titel schon gelesen und brauchst den nächsten? Unsere KI-gestützte Buchsuche nimmt jeden beliebigen Titel entgegen und schlägt dir drei Anschlussbücher mit Begründung vor, auch für Bücher, die in keiner Liste auf dieser Seite stehen.

Diese Seite verantwortet Jakob Sommer. Welche Bücher ich selbst gelesen habe und wo eine Einschätzung auf Rezensionen und Verlagsangaben beruht, steht unter Die Methode.

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